Sport : Die Fifa ermittelt gegen Torsten Frings

Dem deutschen Mittelfeldspieler droht im Halbfinalspiel gegen Italien eine Sperre, weil er beim Gerangel mit den Argentiniern zugeschlagen haben soll

Robert Ide

Berlin - Nach den Rangeleien zwischen argentinischen und deutschen Spielern und Offiziellen im Anschluss an das WM-Viertelfinale droht nun eine Sperre von Mittelfeldspieler Torsten Frings. „Wir haben ein Ermittlungsverfahren gegen Frings eingeleitet“, sagte Markus Siegler, Kommunikationsdirektor des Fußball-Weltverbandes Fifa. „Neue Fernsehbilder zeigen, dass Frings mit großer Wahrscheinlichkeit aktiv an den Auseinandersetzungen beteiligt war.“ Nach einem Bericht des italienischen Fernsehsenders „Sky Media“ soll Frings den argentinischen Spieler Julio Cruz geschlagen haben. Die Fifa forderte Frings und den Deutschen Fußball-Bund auf, bis zum heutigen Montag, 10 Uhr, zu den Ereignissen Stellung zu nehmen. Der DFB beantragte eine Fristverlängerung bis 13 Uhr, die gewährt wurde. „Die Disziplinarkommission der Fifa wird am Montag entscheiden“, sagte Siegler. Aus Fifa-Kreisen hieß es, eine Sperre von Frings zumindest im Halbfinale am Dienstag gegen Italien sei wahrscheinlich. Sollte ihm eine Tätlichkeit nachgewiesen werden, dürfte er auch in einem möglichen Finale fehlen.

„Wir geben am Montag eine Stellungnahme bei der Fifa ab“, sagte DFB-Sprecher Harald Stenger. „Bis dahin werden wir die Vorwürfe prüfen und uns nicht öffentlich äußern.“ Frings sagte der „Syker Kreiszeitung“, er habe zwei Schläge abbekommen und zu seinem Schutz „die Hände nach vorn gestreckt, mehr war nicht“. DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt soll nun die Interessen der Nationalmannschaft wahrnehmen. „Es gibt eine neue Situation“, sagte er. Das ZDF zeigte Bilder, auf denen Frings und andere Spieler im Gerangel zu sehen sind. Dabei geht eine Hand in Richtung des Gesichts eines argentinischen Spielers. Genau ist nicht zu erkennen, ob Frings zuschlägt oder nicht. Die italienische Zeitung „La Repubblica“ hatte auf die Bilder hingewiesen. Laut „Kicker“ drängt die italienische Delegation auf Strafmaßnahmen. Die Fifa forderte die Fernsehbilder an. Auch Sanktionen gegen Offizielle beider Seiten seien nicht ausgeschlossen, sagte Siegler.

Gegen den nicht eingesetzten argentinischen Abwehrspieler Leandro Cufre und Mittelfeldspieler Maxi Rodriguez hat die Fifa Verfahren angestrengt. Cufre hatte nach dem Elfmeterschießen Per Mertesacker in den Unterleib getreten. Schiedsrichter Lubos Michel zeigte ihm Rot. Im anschließenden Tumult hatte Rodriguez einen Faustschlag gegen Bastian Schweinsteiger ausgeteilt, Schweinsteiger beklagte auch mehrere Tritte. Auch Harald Stenger und Team-Manager Oliver Bierhoff waren auf den Rasen des Berliner Olympiastadions geeilt. „Ich kam auf den Rasen, um zu schlichten“, sagte Bierhoff. In einer solch „hochemotionalen Situation“ habe die Fifa Verständnis, wenn die Delegation auf den Platz stürme, sagte Siegler. Trotzdem werde geklärt, „welche Rolle Offizielle gespielt haben könnten“.

Auslöser des Gerangels sollen Provokationen von Spielern während des Elfmeterschießens gewesen sein. Die Argentinier fühlten sich von Tim Borowski provoziert, der sie nach seinem verwandelten Elfmeter mit einer Geste aufgefordert habe, den Mund zu halten. Aus dem deutschen Lager hieß es, die Argentinier hätten während des Elfmeterschießens die deutschen Schützen mit Beschimpfungen verunsichern wollen.

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