Sport : Die Gala des Gestandenen

Unions Kapitän Mattuschka beschenkt sich selbst beim 3:0 gegen Sandhausen.

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Danke fürs Präsent. Simon Terodde (r.) jubelt mit Vorlagengeber und Geburtstagskind Torsten Mattuschka über seinen Treffer zum 2:0. Foto: dpa Foto: dpa
Danke fürs Präsent. Simon Terodde (r.) jubelt mit Vorlagengeber und Geburtstagskind Torsten Mattuschka über seinen Treffer zum...Foto: dpa

Berlin - Wenn es so etwas wie den perfekten Geburtstag gibt, dann hat Torsten Mattuschka ihn gestern Abend erlebt. Der Kapitän des 1. FC Union wurde am Freitag 33 Jahre alt. Als er nach 70 gespielten Minuten gegen den SV Sandhausen den Platz verließ, sangen ihm die 18 756 Zuschauer im Stadion An der Alten Försterei ein Ständchen und klatschten laut dazu. Mattuschka hatte einen großen Anteil am 3:0 (1:0)-Erfolg gegen den SV Sandhausen. Zuerst erzielte er das wichtige 1:0, nach der Pause bereitete er gleich das 2:0 durch Simon Terodde vor.

Es war eines dieser Spiele, die sich Trainer Uwe Neuhaus jede Woche von seinem Spielmacher wünscht, die der aber auch aufgrund seines fortgeschrittenen Alters in der Vergangenheit nicht mehr ständig abliefern konnte. Mattuschka rannte, rackerte, spielte kluge Pässe und machte in den entscheidenden Momenten den Unterschied. So wie in der ersten halben Stunde, als die Berliner noch etwas Mühe hatten.

Sandhausen, in der vergangenen Spielzeit sportlich abgestiegen und nur noch in der Zweiten Liga dabei, weil der MSV Duisburg vor der Saison keine Lizenz erhielt, erwies sich als unangenehmer Gegner. Die Gäste verengten gekonnt die Räume und schafften durch hohen Laufaufwand sowie geschicktes Verschieben immer Überzahl in Ballnähe. „Wir haben Union zuerst sehr gut von unserem Tor ferngehalten“, sagte Sandhausens Trainer Alois Schwartz. Pech hatte Sandhausen, als Unions Torhüter Daniel Haas im eigenen Strafraum den Ball vertändelte und Stürmer Ranisav Jovanovic zu Fall brachte. Schiedsrichter Christian Dietz gab aber keinen Elfmeter. „Eine völlig unnötige Aktion“, kritisierte Unions Trainer Uwe Neuhaus seinen Torwart.

Union hielt den Ball nun sicher in den eigenen Reihen. Als Sandhausen doch einmal aufrückte, konterten die Berliner blitzschnell und es war Mattuschka, der den Bann brach. Über Terodde und Benjamin Köhler gelangte der Ball von der rechten auf die linke Seite zu ihm. Der Kapitän zog mit einer Körpertäuschung Richtung Mitte und schlenzte den Ball in die lange Ecke. Simon Terodde kam nicht mehr dran, Sandhausens Torhüter Manuel Riemann aber auch nicht.

Kurz nach der Pause tauschten Mattuschka und Terodde die Rollen. Unions Kapitän spielte den Ball per Direktabnahme in die Mitte, wo Terodde wenig Mühe hatte, das 2:0 zu erzielen. „Ab da haben wir unser Potential auf den Platz bringen können und Sicherheit gehabt“, sagte Neuhaus, der den Sieg „als ein Tor zu hoch“ einschätzte.

Dabei hätte Union noch mehr Tore schießen können. Sören Brandy erkämpfte sich an der Mittellinie den Ball. Die Verteidigung der Gäste war weit aufgerückt und so genoss Brandy den Luxus, allein auf das Tor der Sandhausener zuzulaufen. Unions Angreifer umkurvte Torhüter Manuel Riemann und schob den Ball dann von der Strafraumgrenze am leeren Tor vorbei. „Etwas kurios und auch peinlich“, sei das gewesen, sagte Brandy. Da es zu diesem Zeitpunkt aber schon 2:0 stand, fiel die ausgelassene Großchance nicht weiter ins Gewicht. Erst recht nicht, als Brandy kurz darauf sein Missgeschick wieder gut machte und aus dem Gewühl heraus zum 3:0 traf.

Je länger das Spiel dauerte, umso drückender wurde die Überlegenheit der Berliner. „Wir haben das später gut ausgespielt“, sagte Mattuschka, der seinen Kollegen da schon von der Bank aus zusah. „Ich hatte Krämpfe, deshalb habe ich angezeigt, dass ich raus will“, sagte Mattuschka. „Schließlich bin ich ja nicht mehr der Jüngste.“ Sebastian Stier

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