Sport : Die Jagd ist eröffnet

Heute starten die Füchse Berlin als Favorit in die Saison

Hartmut Moheit

Berlin - Selbst auf die schlimmste aller Fragen bleibt Bob Hanning keine Antwort schuldig. Was denn passiere, wenn die Füchse Berlin in dieser Saison nicht den Aufstieg in die Erste Handball-Bundesliga schaffen würden? „Ich habe bei den Verhandlungen mit den Sponsoren einige Signale bekommen, dass auch dann unser Projekt noch nicht gescheitert wäre“, sagt der umtriebige Manager des Zweitligisten, ergänzt aber: „Warum sollten wir uns damit befassen?“

Petr Stochl, tschechischer Nationaltorhüter bei den Berlinern, spricht vor dem heutigen Auftaktspiel gegen Anhalt Bernburg (16 Uhr, Max-Schmeling-Halle) das aus, was Manager, Trainer Jörn-Uwe Lommel und Spieler allesamt verinnerlicht haben: „Wir wollen uns mit klaren Siegen in der ersten Phase einiges an Respekt verschaffen. Kein Gegner wird unterschätzt, aber alle sollen aufgrund unserer Vorleistungen vom ersten Spieltag an vor uns zittern.“ Die Konkurrenten kennen die ehrgeizigen Pläne der Berliner. Als ernsthafter Rivale um den Aufstieg will sich zumindest öffentlich kein Gegner melden. „Die machen es sich einfach“, sagt Coach Lommel. Er erwartet besonders harte Konkurrenz aus Stralsund, Emsdetten, Ahlen und Schwerin.

Es wäre nur normal, wenn sich Lommel nun mit diesen Gegnern besonders intensiv beschäftigen würde. „Aber mich interessiert zuallererst, wie wir das im Training Gelernte unter Stress im Punktspiel umsetzen“, sagt er. „Unser Training hat bereits Erstligaformat, alle Spieler sind, wie man so sagt, mehr als einhundert Prozent motiviert, und Verletzungen haben wir auch nicht mehr zu beklagen.“ Insbesondere die Unterstützung durch den Olympiastützpunkt habe dazu geführt, dass sogar erstligaerfahrene Männer wie Kapitän Daniel Brack (Großwallstadt), Frank Schumann (Nordhorn) und Andrius Stelmokas (Göppingen) immer wieder betonen, dass sie Ähnliches noch nicht erlebt haben. Auch das Berliner Talent Sascha Detlof, der einst beim VfL Tegel mit dem Handball begann und der immer wieder mit teilweise schweren Verletzungen zu kämpfen hatte, absolvierte diesmal die Vorbereitung ohne Probleme.

„Unser Schwachpunkt ist die rechte Seite“, sagt Lommel, der aber auch da zuversichtlich ist. Der lange verletzte Rechtsaußen Markus Richwien ist ebenfalls voll einsatzfähig. „Jetzt erwarte ich auch einen Sieg gegen Bernburg“, sagt Hanning. Aber eines ist für ihn auch klar: „Nur weil wir unsere Aufstiegsambitionen angesagt haben, wird kein Team für uns Spalier stehen.“

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