Sport : Die Konkurrenz sieht rot

Nach dem Sieg von Indianapolis fehlt Michael Schumacher noch ein Punkt zum sechsten WM-Titel

Karin Sturm

Indianapolis. Aufenthalte in den USA genießt Michael Schumacher immer ganz besonders. „Von Amerikanern werde ich normalerweise nicht erkannt, kann mich frei bewegen“, sagte der fünfmalige Weltmeister jedesmal als Begründung dafür. Seit dem Grand Prix von Indianapolis gibt es für den Deutschen im Ferrari einen weiteren Aspekt, der ihm das Land noch sympathischer machen dürfte: Der 70. Sieg in seiner Karriere als Formel-1-Fahrer. Beinahe hätte ihm dieser Erfolg auch den sechsten WM-Titel eingebracht. Aber durch den zweiten Platz des Finnen Kimi Räikkönen wurde die Entscheidung auf den 12. Oktober in Suzuka vertagt.

„Michael war in der letzten Runde dieses spannenden Rennens so aufgelöst, wie ich ihn lange nicht mehr erlebt habe“, berichtete nach den 73 Runden der Ferrari-Stratege Ross Brawn über seinen Funkkontakt mit dem „Fast-Weltmeister“. Vor dem Grand Prix in Japan führt Schumacher mit 92 Punkten vor Räikkönen im McLaren-Mercedes, der jetzt neun Zähler Rückstand hat. Juan Pablo Montoya (Williams-BMW) schied als Sechster aus dem Titelrennen aus. Dritter wurde der Mönchengladbacher Heinz-Harald Frentzen, der wie sein Team-Kollege bei Sauber Nick Heidfeld als Fünfter ein großartiges Rennen fuhr. „Das war ein schöner und wichtiger Sieg an einem Tag voller Emotionen. Ich bin so unendlich glücklich“, sagte Schumacher: „Mit neun Punkten Vorsprung nach Suzuka zu kommen, ist ideal.“

Schon der Start hätte ihm kaum besser gelingen können. Während er sich von Platz sieben auf vier verbesserte, fiel Konkurrent Montoya von vier auf sieben zurück. Der Dritte im WM-Bunde, Kimi Räikkönen, hielt sich heraus und baute von der Poleposition seine Führung zunächst kontinuierlich aus. Da auch der zweite Ferrari mit Rubens Barrichello vor Montoya fuhr, schien alles nach Plan für Schumacher zu laufen. Bis zur dritten Runde, als Montoya, beim Versuch Barrichello zu überholen, den Brasilianer ins Kiesbett drückte. Die Renn-Kommissare berieten, Montoya musste zur Strafe durch die Boxengasse fahren. Zudem verdarb ihm seine Boxencrew mit einem völlig misslungenen Tankstopp das Rennen.

Aber auch für Michael Schumacher lief nicht alles nach Wunsch. Regen bremste ihn zunächst aus und ließ ihn in der sechsten Runde sogar von Rang drei auf sechs zurückfallen. Bis zu zwölf Sekunden betrug bisweilen der Rückstand auf Räikkönen. Hinzu kam eine Ferrari-Fehlentscheidung. Denn als Michael Schumacher in der 20. Runde an die Box fuhr, hieß es: „Regenreifen? Nein.“ Kurz darauf begann es abermals heftig zu regnen. Und so musste Schumacher in der 21. Runde nochmals Kurs Richtung Box nehmen. Doch die Crew korrigierte den Fehler sofort. Während Räikkönen und Montoya eine Aufholjagd starten mussten, die nur dem Finnen letztlich noch eine Minimalchance auf den Titel einbrachte, fuhr Michael Schumacher sicher zum Sieg.

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