Sport : Die Logik der Liebe

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Nach der Auslosung am Freitag ist eines klar: Hannover 96 gewinnt die Europa League! Atletico Madrid als Gegner im Viertelfinale – na und? Die Spanier hoffen in der eigenen Liga noch auf die Qualifikation für die Champions League und sind abgelenkt. Genau wie die Viertelfinalisten Valencia, Bilbao, Charkow, Schalke und Alkmaar – die Holländer kämpfen sogar um den Titel.

Einen Wettbewerb wie die Europa League gewinnt nur eine Mannschaft, die Zeit und Lust dafür hat. Das hat spätestens das halbherzige Aus des englischen Spitzenreiter-Duos aus Manchester im Achtelfinale gezeigt. Das Motto dieser Teams lautet: einen Europapokal gewinnen – eigentlich gerne, aber kurz mal in den Terminkalender gucken, ob es sich noch irgendwie dazwischen quetschen lässt.

Selbst die Schalker sind noch nicht richtig warm mit dem Wettbewerb geworden. Die Fans werden wohl kaum, analog zum besungenen Uefa-Cup-Sieg 1997, ein Lied dichten, das lautet: „Wir schlugen Helsinki, wir schlugen Bukarest, wir schlugen Haifa sowieso, Larnaka, Viktoria Pilsen, Twente Enschede, das war ’ne Show.“

Bei Hannover ist es anders. Als wohl einziger Klub aus einer großen Liga schlägt dort das Herz bei Europa-League-Spielen höher. Wie ein frisch verliebter Teenager ordnet Hannover von Herzen gern alles der neuen Flamme unter, auch wenn sie vielleicht nicht die attraktivste sein mag.

Insofern ist Hannover der einzig logische Sieger, es ist sozusagen die Logik der Liebe. Nur Sporting Lissabon kann gefährlich werden. Die Portugiesen können zu Hause nichts mehr erreichen und haben Zeit, in Europa auf Brautschau zu gehen.

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