Sport : Die Millionen von Paris

Japaner sind beim L’Arc de Triomphe Favorit.

Ulrich Nickesen
Foto: AFP

Berlin - Der Traum vom dritten deutschen Sieg im renommiertesten Galopprennen der Welt auf der Rennbahn von Paris-Longchamp im Bois de Boulogne ist schon vor dem Start geplatzt. Trainer Andreas Wöhler und Besitzer Christoph Berglar teilten mit, dass Novellist wegen Fiebers nicht starten kann. Der vierjährige Hengst galt seit Wochen als Mitfavorit für den 92. l’Arc de Triomphe, kann nun aber nicht den dritten deutschen Sieg nach Star Appeal (1975) und Danedream (2011) erlaufen. Alles spricht für einen japanischen Sieg in dem mit 4,8 Millionen Euro dotierten Prestigerennen auf der klassischen Distanz von 2400 Metern.

Dreimal waren die Vollblüter aus Japan bisher Zweite. Diesmal spricht vieles dafür, dass der Vorjahreszweite Orfevre, geritten von Christophe Soumillon, seine unglückliche Niederlage aus dem Vorjahr korrigieren kann. Als 20:10 Favorit wird er am Sonntag um 16.15 Uhr in die Startboxen einrücken, angefeuert von 10 000 Besuchern aus Japan, wo er schon jetzt Kultstatus besitzt. Der fünfjährige Hengst hat bereits 11,4 Millionen Euro zusammengaloppiert. Nur das illustre Rennen fehlt noch in seiner Siegstatistik.Denn Paris ist das Rennen schlechthin für jeden Galopper auf dem Globus; zweieinhalb Minuten, die den Wert eines Rennpferdes bis in dreistellige Millionensummen katapultieren können.

Um auf Nummer sicher zu gehen, bieten die Japaner mit dem dreijährigen Kizuna noch ein Spitzenpferd auf, das vom besten japanischen Jockey Yutake Take geritten wird. Ebenfalls als Mitfavorit geht die französische Stute Treve an den Start. Trainerin Criquette Head-Maarek trägt ihren Teil dazu bei, mit Three Troikas (1979) trainierte sie bereits eine Paris-Siegerin.

Bei allen Spekulationen gilt es aber, Ausnahmetrainer André Fabre nicht zu unterschätzen. Der Franzose war bereits siebenmal im Arc erfolgreich. Gleich fünf der 17 Starter sattelt Fabre, darunter drei Nachkommen von Monsun. Die Nachkommen des deutschen Pferdes sorgen dafür, dass die deutschen Interessen im Rennen der Rennen trotz der Absage von Novellist vertreten sind – wenngleich das ein schwacher Trost ist. Ulrich Nickesen

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