Sport : Die Pekingente

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Benedikt Voigt erklärt, warum China plötzlich AntiDopinggesetze erlässt

Hoppla, jetzt ist es auch im Fernen Osten aufgefallen. „Die Dopingproblematik wird zunehmend ernster“, sagt ein Sprecher der nationalen Sportbehörde in China. Aus seiner Sicht stimmt das natürlich, denn nur im Rest der Welt wird die Dopingproblematik genauso beurteilt wie in all den Jahren zuvor. Für Chinas Sport jedoch wird das Thema tatsächlich immer aktueller – je näher die Olympischen Spiele in Peking rücken. Es käme international gar nicht gut an, wenn der Gastgeber im Sommer 2008 immer noch unter dem Generalverdacht betrügerischer Maßnahmen stünde, wie ihn Chinas Schwimmerinnen oder Langstreckenläuferinnen jahrelang als Makel in ihren Rennen trugen. Also deckte China im vergangenen Jahr plötzlich 34 Dopingsünder aus den eigenen Reihen auf. Also erlässt die Regierung jetzt plötzlich ein Anti-Dopinggesetz. Also werden jetzt sogar Verpackungen, die Dopingmittel enthalten, mit dem Hinweis bedruckt: „Athleten, passt auf!“

China, pass auf! Es hört sich gut an, was momentan in diesem Land passiert, zumal Deutschland ein Anti-Dopinggesetz immer noch nicht zustande gebracht hat. Doch der Kampf gegen den Betrug im Sport muss politischer und gesellschaftlicher Wille sein, und darf nicht allein dem Aktionismus vor Olympischen Spielen entspringen. Deshalb wird es spannend sein zu verfolgen, wie die neuen Gesetze in China akzeptiert und umgesetzt werden. Besonders interessant ist die Frage: Wie ernst nimmt China das Dopingproblem, wenn die Olympischen Spiele 2008 vorbei sind?

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