Sport : Die Reisen fallen aus

Schalke verliert 1:2 gegen Leverkusen: Ob Felix Magath in ein paar Wochen Trainer und Manager des FC Schalke 04 wird oder doch jemand anderer, der neue Frontmann wird mit seinem Ensemble im ersten Jahr höchstwahrscheinlich nicht auf der internationalen Fußballbühne auftreten können.

Richard Leipold[Gelsenkirchen]
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Von wegen Mittelklasse. Leverkusens Patrick Helmes hat Schalkes Torwart Manuel Neuer geschlagen. Foto: ddp

Nach dem 1:2 gegen Bayer 04 Leverkusen sind die ohnehin nicht sonderlich großen Schalker Chancen, Fünfter zu werden, weiter gesunken. Schalke fiel hinter Borussia Dortmund auf den siebten Rang zurück. Dank der Tore von Patrick Helmes und Renato Augusto beendeten die in der ersten Hälfte deutlich besseren Rheinländer die Siegesserie des übergangsweise eingesetzten Trainertrios um Mike Büskens, unter dessen Regie Schalke zuletzt vier Bundesligaspiele nacheinander gewonnen hatte. Kevin Kuranyi gelang mit seinem Tor in der hektischen Schlussphase nur Ergebniskorrektur.

„Wir mussten damit rechnen, irgendwann auch mal wieder zu verlieren“, sagte Büskens. Seine Elf habe sich in der zweiten Hälfte gesteigert, im Leverkusener Torwart aber letztlich ihren Meister gefunden. „Rene Adler hat einige Male hervorragend reagiert.“ Bayer-Trainer Bruno Labbadia lobte den Teamgeist seiner zuletzt kritisierten Mannschaft. Sie habe nach der Heimniederlage gegen Karlsruhe „die notwendige und erwartete Antwort gegeben“.

Für die Gelsenkirchener zeichnete sich früh ein Rückschlag ab. Bayer zeigte von Anfang an jene Vorzüge, die der Heimelf zunächst fehlten. Die Leverkusener spielten beherzt nach vorn und erarbeiteten sich gute Möglichkeiten. Auch das künstlerische Element kam nicht zu kurz. So entsprang der Führungstreffer einer ansehnlichen Kombination, bei der Helmes, auf Vorlage von Castro, mit der Hacke den letzten Kick gab. Schalke lag zum ersten Mal zurück, seit Büskens gemeinsam mit Youri Mulder und Oliver Reck das Training übernommen hat.

Nach dem ersten Gegentor fanden die Schalker lange Zeit kein Mittel, den Leverkusener Spieltrieb einzudämmen. Das Spiel der Westfalen wirkte statisch und einfallslos. Sie vermochten den gesperrten Jones, sonst die treibende Kraft zwischen Abwehr und Angriff, nicht gleichwertig zu ersetzen. Benedikt Höwedes, ein gelernter Verteidiger, wirkte im defensiven Mittelfeld fehl am Platze. Er hatte den Vorzug vor Orlando Engelaar erhalten, einer Fachkraft auf dieser Position – nicht gerade ein Zeichen von Wertschätzung für den Niederländer, den Schalke im vergangenen Jahr teuer eingekauft hatte. Schalkes Angriffen mangelte es an Kreativität. Zudem war die linke Abwehrseite anfällig, so auch beim zweiten Treffer, als Außenverteidiger Christian Pander sich vom Torschützen Renato Augusto verladen ließ.

Fünf Minuten vor der Pause ordnete Büskens seine Formation neu. Engelaar kam für Pander ins Spiel und rückte ins Mittelfeld. Höwedes durfte fortan verteidigen. Panders Position übernahm Lewan Kobiaschwili, dessen Stelle im Mittelfeld für Heiko Westermann frei wurde. Die neue taktische Ordnung ließ das Gelsenkirchener Spiel in einem besseren Licht erscheinen, brachte aber im Ergebnis keinen Fortschritt. Sanchez und Kuranyi bekamen gute Kopfballchancen. Doch Bayer-Torwart Adler hielt die Führung fest.

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