Sport : Die russische Eislkunstläuferin hat Angst vor weiteren Anschlägen

Maria Butirskaja wirkt unsicher und verstört, die Eiskunstlauf-Welt- und Europameisterin lebt in Angst und Schrecken. "Ich denke, dass es ein Akt niederträchtigster menschlicher Eifersucht war", sagt die 27-jährige Russin, deren neuer BMW bei einem Brandanschlag am Tag vor Heiligabend in Moskau völlig zerstört wurde. Am Mittwoch und Donnerstag lief Maria Butirskaja bei der "Art on Ice"-Show des elfmaligen Schweizer Meisters Oliver Höner zur Live-Musik der britischen Star-Geigerin Vanessa Mae. Auch in der Oberhausener Arena und in der Kölnarena wurde sie von Leibwächtern begleitet, die Freunde nach dem Anschlag für sie engagierten. "Ich selbst war zu gar keiner Entscheidung fähig", gab Butirskaja zu.

Auch Maria Butirskajas größte WM-Rivalin Michelle Kwan wird seit Wochen ständig von Bodyguards überwacht. Im September erhielt die 19-jährige US-Amerikanerin eine schriftliche Morddrohung. Ähnliches war vor der WM 1998 in Minneapolis den französischen Eistänzern Marina Anissina und Gwendal Peizerat widerfahren - die Gewaltbereitschaft im Eiskunstlauf ist spätestens seit dem von Tonya Harding in Auftrag gegebenen Eisenstangen-Attentat gegen Nancy Kerrigan im Vorfeld der Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer ein Thema.

Maria Butirskaja nennt Neid als Triebfeder für den Anschlag von Moskau: "Im Hochleistungssport geht es um sehr viel. Ich glaube, einige Leute gönnen mir meinen Lebensstil und meine Erfolge nicht." Im März in Helsinki war die 27-Jährige als erste russische Eiskunstläuferin der Geschichte Weltmeisterin geworden, hatte aber anders als die meisten ihrer Landsleute darauf verzichtet, nach einem solchen Ergebnis in die USA zu wechseln: "Meine Familie lebt in Moskau, sie braucht mich in jeder Beziehung. Meine Großeltern wären ohne meine finanzielle Unterstützung verloren, sie bekommen vom Staat nur 15 Dollar im Monat."

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