Sport : Die Serie ist kein Gesetz

Hertha spielt in Dortmund gegen die Statistik

Mathias Klappenbach

Berlin - Falko Götz nimmt es mit Humor. „Endlich wieder ein Sonntagsspiel“, sagt der Trainer von Hertha BSC und grinst. Sechsmal haben die Berliner in dieser Saison in der Bundesliga an einem Sonntag gespielt. Gewonnen haben sie keine dieser Partien, egal, ob sie auswärts beim VfL Bochum oder zu Hause gegen den 1. FC Kaiserslautern gespielt haben. „Da waren gute und schlechte Spiele dabei, so wie sonst auch. Aber auf jeden Fall haben wir sonntags zu wenig Punkte geholt“, sagt Götz. Einen besonderen Grund für die vier Unentschieden und zwei Niederlagen an Sonntagen kann bei Hertha aber niemand erkennen, vor dem letzten Sonntagsspiel in dieser Saison bei Borussia Dortmund überwiegt die Zuversicht. „Wir haben die Möglichkeit zu beweisen, dass es keinen Sonntagsfluch gibt“, sagt Götz.

Gleiches gilt für die zweite Statistik, die gegen Hertha spricht. Der letzte Sieg in Dortmund gelang 1972 beim 2:1 dank der späten Tore von Erwin Hermandung und Erich Beer. Seitdem haben die Berliner in 13 Versuchen nicht mehr in Dortmund gewonnen, die meisten der Spieler aus dem aktuellen Kader waren beim letzten Sieg in Dortmund noch gar nicht geboren. „Das ist eine viel zu lange Zeit. Diese Negativserie zu brechen, soll eine kleine Zusatzmotivation für die Mannschaft sein“, sagt der Trainer. „Dortmund spielt jetzt besser als in der schwachen Vorrunde. Trotzdem war die Chance, dort zu gewinnen, noch nie groß wie dieses Mal. Wir sind auswärts sehr stark.“ Die Zuversicht des Trainers erklärt sich daraus, dass Hertha auswärts in dieser Saison genauso viele Punkte geholt wie im Olympiastadion. Allerdings weiß Götz noch nicht genau, wie seine Mannschaft am Sonntag aussehen wird.

Yildiray Bastürk konnte wegen der Schulterverletzung, die er sich beim WM-Qualifikationsspiel mit der Türkei gegen Georgien zugezogen hatte, gestern nicht trainieren. Die Grippe von Andreas Neuendorf ist dagegen etwas abgeklungen, er konnte gestern wieder ein paar Runden um den Platz drehen. Sein Einsatz ist aber ebenso fraglich wie der von Innenverteidiger Josip Simunic, der sich mit Fieber vom Training abmeldete. Weil Dick van Burik noch für ein Spiel gesperrt ist, wird Götz bei einem Ausfall von Simunic im Abwehrzentrum umstellen müssen und einen auf dieser Position ungeübten Partner für Alexander Madlung finden müssen.

Mit welcher Aufstellung auch immer, für den Manager der Berliner wäre ein Auswärtserfolg in Dortmund nicht nur wegen der drei Punkte und des Endes der Negativserien wichtig. „Die Basis dafür, mehr Zuschauer ins Olympiastadion zu locken, ist der sportliche Erfolg“, sagt Dieter Hoeneß. „Und ein Sieg in Dortmund würde bei mehr Leuten das Interesse wecken, in den noch ausstehenden Spielen zu Hertha zu gehen.“ Und vielleicht eine Serie erfolgreicher Heimspiele mitzuerleben.

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