Sport : Die Sucht nach der Droge Fußball hält an

Die 18 Klubs haben bereits mehr als 288 000 Tickets abgesetzt, Borussia Dortmund ist Dauerkarten-Champion mit neuem Rekord

Internationale Stars kommen, die Fans strömen und lassen sich den Spaß am Live-Erlebis Fußball-Bundesliga einiges kosten. Eine Woche vor dem Start in die 37. Saison haben die 18 Vereine trotz weiter steigender TV-Präsenz insgesamt 288 100 Dauerkarten abgesetzt und die im Vorjahr aufgestellte Bestmarke (285 000 Tickets) bereits überboten. Oder anders ausgedrückt: Insgesamt rund 144 Millionen Mark flossen schon vor dem ersten Anpfiff am 13. August in die Kassen der Klubs.

Gleichzeitig sind dem Oberhaus für die neue Spielzeit bereits schon wieder knapp vier Millionen Zuschauer garantiert, nachdem die höchste deutsche Spielklasse in der vergangenen Saison mit rund 10,050 Millionen Besuchern die Schallmauer durchbrochen hatte. Die Bundesliga boomt.

Spitzenreiter der Dauerkarten-Tabelle bleibt die Borussia aus Dortmund, die einen neuen Bundesliga-Rekord aufstellte. Bei 45 500 Tickets (Vorjahr: 45 000) wurde der Verkauf beendet, weil das Westfalenstadion bei internationalen Spielen nur 52 000 - statt 69 000 Zuschauer - aufnehmen darf und Dauerkarten-Inhaber ein Vorkaufsrecht besitzen. Zahlreiche unerfüllte Kartenwünsche stapeln sich inzwischen in der Geschäftsstelle.

Auch beim Ex-Champion 1. FC Kaiserslautern hält die Sucht nach der "Droge" Bundesliga an. Die "Roten Teufel" stellten ihre Bestmarke von 32 000 Karten ein und mussten den Verkauf vorzeitig abbrechen. Bei Meister Bayern München nahmen bereits frühzeitig "99,9 Prozent" (Vereinssprecher Markus Hörwick) der 20 000 Dauerkarteninhaber aus dem Vorjahr ihre Option auf ein weiteres Abonnement wahr.

Der Positiv-Trend zeigte sich auch bei Vizemeister Bayer Leverkusen und Champions-League-Anwärter Hertha BSC. Mit 16 000 Dauerkarten hat Bayer bereits 1000 Saisontickets mehr als 1998 abgesetzt und den Vorverkauf bereits seit geraumer Zeit gestoppt. Bei der Hertha haben sich schon fast 23 000 Anhänger (Vorjahr: 18 500) die Auftritte ihres Teams im Kalender angekreuzt. Der Hamburger SV meldet mit bislang schon 14 984 Saisonkarten ebenso einen Rekord (zuvor 11 561) wie der SC Freiburg mit 20 000 (18 000), der vom Ausbau des Dreisamstadions profitierte.

Traditionsklub Eintracht Frankfurt, dessen Nicht-Abstieg als "Wunder vom Main" gefeiert wurde, stellte mit 17 000 Tickets ebenfalls einen Vereinsrekord auf. Auch bei Werder Bremen wollen die Anhänger (19 800) mit ihren Treuebekundungen bessere sportliche Zeiten einläuten.

Die durchwachsenen Leistungen der abgelaufenen Spielzeit haben hingegen die Fans des VfB Stuttgart nicht verziehen. Erst 10 000 Anhänger sicherten sich ihr Saisonticket, 2000 weniger als vor der Saison 1998/99.

Eher schleppend verläuft der Verkauf auch beim MSV Duisburg (4200/Vorjahr: 5612), Schalke 04 (19 270/21 247), 1860 München (13 000/14 500) und dem VfL Wolfsburg (7500/8500). In Rostock sicherten sich gar erst 3952 Fans (3776) das Hansa-Abo. Aufsteiger SpVgg Unterhaching gab 1500 Karten ab und übertraf die Vorjahresmarke beinahe um das Achtfache. Bei Arminia Bielefeld sicherten sich bereits 5200 Besucher ihren Platz auf der "Alm".
© 1999

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