Die Zugänge der Eisbären : Auf Helm und Nieren

Die Eisbären haben sich offensiv neu aufgestellt. Die vier prominentesten Zugänge im Kurzporträt.

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Sechs von acht neuen Eisbären. Maximilian Franzreb (l-r), Jamie MacQueen, Nick Petersen, Kyle Wilson, Daniel Fischbuch und Vincent Hessler.
Sechs von acht neuen Eisbären. Maximilian Franzreb (l-r), Jamie MacQueen, Nick Petersen, Kyle Wilson, Daniel Fischbuch und Vincent...Foto: dpa/Petersen

NICHOLAS PETERSEN

Es war im Sommer 2013 als Nicholas „Nick“ Petersen erstmals mit den Eisbären Berlin in Berührung kam. Im Training in Kanada trug sein Kumpel Claude Giroux einen Helm der Eisbären – und fiel damit sofort auf. Giroux hatte in der Saison zuvor in Berlin gespielt, als die NHL-Profis streikten. Drei Jahre später ist Petersen nun selbst bei den Eisbären gelandet. Nach Schwenningen und zuletzt Iserlohn will der Stürmer nun seine Torjägerqualitäten auch in Berlin unter Beweis stellen. „Ich bin bisher sehr erfolgreich in dieser Hinsicht in der DEL gewesen, obwohl ich mich eigentlich eher als Spielmacher oder Passgeber sehe“, sagt der 27-jährige, der seine blonden Haare gern unter einem roten Basecap versteckt. Die Eisbären waren sein Ziel, seit er in Deutschland spielt. „Große Halle – große Stadt. Das willst du als Spieler. Gleich als ich zum ersten Mal hier gespielt habe, habe ich das genossen.“ Auch wenn Petersen mit den Eisbären jetzt erstmal Titel gewinnen will, so hat er den Traum von einer Karriere in der NHL noch nicht aufgegeben. „Ich weiß nicht, ob das noch realistisch ist. Aber ich versuche mich immer zu verbessern und träume deshalb weiter.“

JAMIE MACQUEEN

Er ist der einzige aktuelle Meister im Team der Eisbären. Jamie MacQueen gewann in der vergangenen Saison den Titel in der DEL 2 mit den Kassel Huskies – und war dabei der beste Scorer der Liga in den Play-offs. „Es wäre einfach großartig, wenn ich in zwei aufeinanderfolgenden Jahren eine Meisterschaft gewinnen würde. Das ist auf jeden Fall Ziel Nummer eins, denke ich“, sagt der 28-Jährige, der im Vergleich zu Landsmann Petersen fast schüchtern wirkt. Nach Stationen in Crimmitschau und zuletzt Kassel genießt es MacQueen, nun in Berlin leben zu können. Dabei ist er nicht nur von den unzähligen Ausgehmöglichkeiten begeistert. „Ich versuche mich weiterzubilden, etwas über die deutsche Geschichte zu lernen und mir die Sehenswürdigkeiten in Berlin anzusehen, zum Beispiel die Berliner Mauer und den Osten und Westen.“ Sein neuer Arbeitsplatz in der Arena am Ostbahnhof ist in dieser Hinsicht schon mal gut gewählt.

KYLE WILSON

Der 31-Jährige Stürmer hat in seiner Karriere schon einiges erlebt. Bei insgesamt 15 Klubs stand er seit 2002 unter Vertrag, 39 Spiele bestritt er in NHL. Wilson war in der russischen KHL aktiv, spielte in Schweden und zuletzt in der Schweiz. Jetzt will er endlich sesshaft werden, schon wegen seiner Familie. „Für die ist das viel schwieriger als für mich als Spieler. Aber mit zunehmendem Alter fällt es auch mir schwerer, ständig umzuziehen. Es ist einer der Gründe, warum ich einen Ort suche, an dem ich hoffentlich für einige Jahre spielen kann.“ Tore sind diesbezüglich bekanntlich das beste Argument.

DANIEL FISCHBUCH

Wer den Namen Daniel Fischbuch googelt, bleibt irgendwann unweigerlich an einer dramatischen Geschichte hängen. Vor einem Jahr zog er sich in einem Spiel mit der Düsseldorfer EG einen Nierenriss zu. „Am Anfang dachte ich, dass sei ein ganz normaler Check in die Seite gewesen. Als ich dann in der Drittelpause auf der Toilette war, kam nur noch Rot.“ Fischbuch wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Die Ärzte eröffneten ihm, dass sie womöglich seine Niere entfernen müssten. Doch Fischbuch hatte Glück, wurde wieder gesund und wechselte im Sommer nach Berlin. Hier will der 23-Jährige, eher schmächtig wirkende Stürmer, den nächsten Karriereschritt gehen. „Ich sehe mich als Kämpfer, der läuferisch stark und technisch versiert ist“, sagt Fischbuch. Setzt er sich bei den Eisbären durch, ist auch die Nationalmannschaft ein Ziel. „Aber damit ich das schaffe, muss ich noch sehr viel arbeiten.“

- Zudem haben die Eisbären noch jungen Spieler in den Kader geholt, der prominenteste von ihnen ist Maximilian Franzreb. Der Torhüter kam für die Hamburg Freezers schon in der DEL zum Einsatz, dürfte bei den Eisbären vorerst aber nur die Nummer drei sein

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