Sport : Doping: Engere Maschen im Kontrollnetz

Im Kampf gegen Doping ist das Kontrollnetz in Deutschland im vergangenen Jahr mit 8255 Tests engmaschiger geknüpft worden. Mehr Athleten als je zuvor sind mit Mitteln zur unerlaubten Leistungssteigerung im Körper erwischt worden. Mit 55 Dopingsündern waren es 16 mehr als 1999. Damit bleibt die Rate der überführten Dopingsünder aber auch im Olympiajahr 2000 trotz der spektakulären Fälle Dieter Baumann und Alexander Leipold unter einem Prozent. Dies geht aus der Doping-Statistik 2000 hervor, die am Dienstag in Köln vorgestellt wurde.

Die Steigerung der Doping-Fälle sei auf die Aufnahme von Cannabis auf die Liste der verbotenen Substanzen zurückzuführen, sagte der Vorsitzende der Anti-Doping-Kommission (ADK) des deutschen Sports, Ulrich Haas. "Deshalb ist dieser Anstieg nicht ungewöhnlich", resümierte er.

Insgesamt haben 31 olympische und 14 nichtolympische Verbände Tests bei der ADK in Auftrag gegeben. Radfahrer (790 Sportler), Fußballer (673), Leichtathleten (259) und Basketballer (184) wurden am häufigsten zur Urin-Probe gebeten. Unter den Radsportlern gab es mit 13 ertappten Athleten auch die mit Abstand meisten Sünder. Doch nicht alle Verbände kontrollieren konsequent. Der Deutsche Bodybuilder- und Fitnessverband etwa ließ nur noch 20 Kontrollen (1999: 51) vornehmen. "Für die Bodybuilder gibt es das Doping-Problem wohl nicht mehr", meinte Wilhelm Schänzer als Chef des Kölner Instituts für Biochemie süffisant.

Nandrolon wird auch weiterhin ein heißes und umstrittenes Thema in der Doping-Diskussion bleiben. Schänzer verwies auf eine neue wissenschaftliche Untersuchung, welche die Vermutung widerlegt, dass bei hoher Belastung der Körper selbst (endogen) vermehrt das anabole Steroid Nandrolon erzeugen kann. "Schwangere Frauen sind die einzigen, die endogen Nandrolon-Werte produzieren, die über dem Grenzwert liegen", sagte Schänzer.

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