Doping-Skandal : Jens Voigt schämt sich

Der Doping-Skandal vor Beginn der Tour de France hat tiefe Spuren hinterlassen. Der deutsche Radsportler Jens Voigt schämt sich bereits, ein Radprofi zu sein.

Berlin - Seine Ehefrau habe inzwischen Angst, im Privatleben auf das Thema Doping angesprochen zu werden, sagte der 34-jährige Fahrer vom dänischen Team CSC der "Welt". "Und wenn meine Frau deswegen Angst haben muss, dann geht das zu weit. Es muss sich Grundlegendes ändern", fügte der Sprecher der Profivereinigung CPA hinzu.

Eine "Patentlösung" im Kampf gegen Doping hat indes auch Voigt nicht. Verschiedenste Ansätze seien gescheitert. "Es gibt keine Lösung, die alle zufrieden stellt", sagte er. Stimmten die Vorwürfe gegen die beschuldigten Fahrer, wären sie "wie ein Krebsgeschwür, das man abschneiden muss".

Einen Tag vor Beginn der Tour de France war am Freitag in Spanien eine Liste von insgesamt 36 doping-verdächtigen Radfahrern veröffentlicht worden. Darauf standen unter anderen die Tourfavoriten Jan Ullrich (T-Mobile) und Ivan Basso (Team CSC). Die 36 Fahrer wurden von der Tour ausgeschlossen. Ullrich, sein Teamkollege Oscar Sevilla sowie der Sportliche Leiter des Teams T-Mobile, Rudy Pevenage, sollen Kontakt zu dem umstrittenen Dopingarzt Eufemiano Fuentes gehabt haben. Fuentes gilt als mutmaßlicher Drahtzieher eines Doping-Netzwerks und wurde Ende Mai verhaftet. Im Rahmen der so genannten "Operation Puerta" stellte die spanische Polizei damals mehrere Blutkonserven und zahlreiche Dopingmittel - darunter Epo, Anabolika und Steroide - sicher.

(tso/ddp)

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