Beachvolleyball : Sun, Fun, Doping?

Kann es sein, dass Doping nun auch bei der Sun-und-Fun-Gilde der Beachvolleyballer angekommen ist? Stefan Uhmann wurde positiv getestet.

Felix Meininghaus

Timmendorfer Strand - Vieles war wie immer, wenn die Beachvolleyballer bei den Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand ihr jährliches Happening zelebrieren: Trainierte Körper in knappen Outfits, spektakuläre Flugeinlagen im Sand und über 6000 Zuschauer, die nicht nur die Sieger Julius Brink und Jonas Reckermann feiern. Aber dann machte eine böse Ahnung die Runde: Doping. Das schlimmste Wort, das der Sport kennt. Kann es sein, dass Doping nun auch bei der Sun-und-Fun-Gilde der Beachvolleyballer angekommen ist?

Stefan Uhmann war einen Tag vor Beginn der Titelkämpfe von der Anti-Doping-Kommission des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) suspendiert worden. „Uns liegt ein nicht normgerechtes Kontrollergebnis vor“, sagte Generalsekretär Jörg Ziegler. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, hätte das deutsche Beachvolleyball seinen ersten Dopingfall. Die Dopingprobe wurde dem Vernehmen nach in diesem Sommer beim Turnier auf Usedom genommen. Uhmann hat sieben Tage Zeit, die Öffnung der B-Probe zu beantragen. Er selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

In Spielerkreisen wurde das Gerücht verbreitet, es handele sich um die verbotene Substanz THC, die in Marihuana enthalten ist, aus sicherer Quelle war zu erfahren, dass diese Annahme richtig ist. Allerdings sorgte DVV-Präsident Werner Graf von Moltke in einem Interview mit dem NDR-Hörfunk für Verwirrung, indem er sagte, es seien „auffällige Kokainwerte“ festgestellt worden, „und ein leistungssteigerndes Mittel, dessen Namen ich nicht kenne“. Wenig später das Dementi: Ziegler räumte einen erhöhten THC-Wert ein, ob zudem ein leistungssteigerndes Mittel vorgefunden worden ist, müsse noch mit einer Nachuntersuchung der Probe verifiziert werden.

Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass es sich nicht um bewusste Manipulation, sondern um die Eselei eines unreifen Athleten handelt, wäre der Schaden immens. Von Moltke befürchtet einen „nicht zu unterschätzenden Imageschaden“. Uhmann gilt als das größte deutsche Beachvolleyballtalent. 2008 holte der 23-Jährige mit seinem damaligen Partner Kay Matysik EM-Silber. Doch so groß Uhmanns sportliche Möglichkeiten sind, so gering ist sein Wille zu einem professionellen Lebenswandel. Bis Juli musste der Thüringer eine disziplinarische Sperre für internationale Turniere absitzen, weil er bei einem Turnier in Liechtenstein im betrunkenen Zustand auffällig geworden war.

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