Doping : Die Tour soll weitergehen

Der Radzirkus geht heute trotz des erneuten Doping-Skandals um Alexander Winokurow auf die 16. Etappe. Mit der Überführung des Astana-Kapitäns und dem Rückzug seines Teams steht die Tour de France wenige Tage vor dem Finale in Paris vor einem Scherbenhaufen.

Razzia Astana
Razzia bei Astana. Nach der Überführung von Alexander Winokurow wurde das Hotel des Teams durchsucht. -Foto: dpa

PauBelastet durch den Doping-Fall Winokurow geht die Tour de France heute auf die 16. Etappe. Das Astana-Team mit dem Deutschen Andreas Klöden und dem des Blutdopings überführten Kapitän Alexander Winokurow ist im Endspurt der Frankreich-Rundfahrt nicht mehr dabei. Fünf Tage vor dem großen Finale am Sonntag in Paris hat die Mannschaftsleitung das Team auf Anraten der Tour-Organisatoren zurückgezogen.

Der zweifache Etappensieger Winokurow ist des Blutdopings überführt und sofort suspendiert worden. Der 33 Jahre alte Kasache soll am vergangenen Samstag unmittelbar vor seinem souveränen Sieg im Zeitfahren Bluttransfusionen erhalten haben. Winokurow lag zum Zeitpunkt des Ausstiegs auf Rang 23, Klöden war Fünfter der Gesamtwertung.

Razzia bei Astana

Die französische Polizei durchsuchte am Dienstagabend nach dem Tour-Ausstieg des Teams das Mannschaftshotel von Astana in Pau. Dies berichtete die französische Sport-Tageszeitung "L'Équipe" in ihrer Online-Ausgabe. Die Gendarmerie verspreche sich durch die Razzia Hinweise auf Fehlverhalten bei Astana.

Mit der Überführung von Winokurow, der von den französischen Zeitungen in den vergangenen Tagen nach seinen zwei Etappensiegen gefeiert wurde, und dem Rückzug seines Teams steht die 94. Tour wenige Tage vor dem Finale in Paris vor einem Scherbenhaufen. In Widersprüche hat sich auch der des Dopings verdächtigte Spitzenreiter Michael Rasmussen verstrickt. Aber die Tour geht weiter. "Es war keine Frage für uns, die Tour zu stoppen, nur weil einige Russisches Roulette spielen", sagte Tour-Chef Christian Prudhomme nach dem Astana-Eklat.

Sachsen-Tour mit Klöden?

Unterdessen kündigte das Astana-Team auf seiner Internetseite an, trotz des Doping-Skandals um Winokurow und des Tour-Ausstiegs bei den nächsten Rennen an den Start gehen zu wollen. Die Teamleitung gehe unverändert von einer Teilnahme an der Sachsen-Tour (25. bis 29. Juli) und der parallel stattfindenden Brixia-Tour (26. bis 29. Juli) in Italien aus. Der kasachische Verteidigungsminister Danial Achmatow, in Personalunion Radsport-Präsident des Landes, habe der Teamleitung seine "totale Unterstützung" zugesagt, hieß es.

Am Dienstagabend hatte Astana-Manager Marc Biver noch einen Verzicht auf die kommenden Wettbewerbe angekündigt: "Wir haben Winokurow sofort suspendiert und ihn nach Hause geschickt und werden an den kommenden Rennen erst einmal nicht teilnehmen. Für weitere Schritte warten wir die B-Probe ab. Ich fürchte jetzt um die Zukunft des Teams", hatte Biver gesagt. (mit dpa)

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