Radsport : Doping: Anzeige gegen Andreas Klöden

Es wird wieder eng für den Radsport. Der Dopingexperte Werner Franke erstattet Strafanzeige gegen Andreas Klöden und weitere frühere T-Mobile Profis. Der Vorwurf: Doping an der Universitätsklinik in Freiburg.

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Im Visier der Staatsanwaltschaft: Michael Rogers, Matthias Kessler, Patrik Sinkewitz, Andreas Kloeden, Eddy Mazzoleni (v.l.) .-Foto: ddp

Heidelberg/ HamburgDer Heidelberger Molekularbiologe und Dopingexperte Werner Franke ist davon überzeugt, dass "fünf bis sieben" Radprofis während der Tour de France 2006 an der Freiburger Universitätsklinik gedopt haben. Er nennt Namen: Andreas Klöden, Matthias Kessler, Michael Rogers, Sergej Gontschar  und Eddy Mazzoleni. Alle werden in den nächsten Tagen Besuch von der Staatsanwaltschaft bekommen.

Die Namen, die Franke bei der Staatsanwaltschaft aufgeslistet hat, hat er nach eigenen Aussagen von der Ergebnisliste der Tour de France 2006 abschrieben. "Ich habe gegen alle T-Mobile-Fahrer Anzeige erstattet, die beim so genannten 'Rhein-Konvoi' dabei gewesen sein sollen. Herr Sinkewitz war nicht der einzige von den Ärzten gedopte Fahrer", sagte Franke. Seine Intention bestehe darin, "diesen immensen Missbrauch an einer deutschen Uni-Klinik aufzudecken".

Franke: Sinkewitz war nicht allein im Auto

Ebenfalls wieder im Visier der Fahnder ist der geständige Dopingsünder und Ex-Radprofi Patrik Sinkewitz. Er ist der Kronzeuge in der Doping-Affäre und er schweigt bisher zu den angeblichen Sünden seiner Kollegen. Sinkewitz selbst hatte zugegeben, nach der ersten Etappe der Tour de France von Straßburg nach Freiburg gefahren zu sein, um sich einer Bluttransfusion zu unterziehen. Die Teamärzte, Lothar Heinrich und Andreas Schmid, sollen ihm geholfen haben. Hier liegt der Grund für Frankes Anzeige. Der Experte ist der Meinung, dass Sinkewitz nicht alleine in dem Auto nach Freiburg saß. Der jedoch behauptet, dass kein anderer Fahrer dabei gewesen wäre.

Der 32-jährige Klöden, der seit 2007 für den Astana-Rennstall radelt streitet ab, bisher jemals Blut-Doping betrieben zu haben. Der Nürnberger Matthias Kessler wurde nach dem Dopingfall fristlos von Astana entlassen.

Teamleiter soll sich auch verantworten

Doch die Radprofis sind nicht allein auf Frankes Abschussliste: Olaf Ludwig, damaliger Sportlicher Leiter des T-Mobile-Teams, wird auch eine Anzeige bekommen. "Olaf Ludwig war der verantwortliche Teamleiter. Will der nicht gemerkt haben, dass seine Fahrer für mehrere Stunden verschwunden sind?", stellt Franke fest.

Der Zeuge Sinkewitz bekommt jetzt Druck von der Staatsanwaltschaft, damit er gegen seine ehemaligen Kollegen aussagt. Bei der kommenden Vernehmung soll ein Richter dabei sein und ihn verhören. Sollte er dabei Falschaussagen machen, könnte ihn das ins Gefängnis bringen. Sinkewitz' Anwalt Michael Lehner kritisiert das Vorgehen gegen seinen Mandanten. "Das wäre der Tod der Kronzeugenregelung". (tbe/dpa)

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