Radsport : Führender Rasmussen weiter bei der Tour

Der dänische Radsportverbad hat Michael Rasmussen aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen. Er soll gegen Anti-Doping-Regeln verstoßen haben. Das Gelbe Trikot der Tour wird er vorerst behalten - dort darf er weiter mitfahren.

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Hat der Däne Michael Rasmussen gegen Anti-Doping-Regeln verstoßen? -Foto: AFP

Kopenhagen / MontpellierTour-de-France-Spitzenreiter Michael Rasmussen ist aus der dänischen Nationalmannschaft ausgeschlossen worden. Dies gab der dänische Radsportverband DCU bekannt. Der bei der Frankreich-Rundfahrt im Gelben Trikot fahrende Rabobank-Profi soll nach Informationen der Online-Ausgabe der Tageszeitung "L'Equipe" mehrere Male den Dopingkontrolleuren seine Trainingsorte verschwiegen haben.

"Wir haben Rasmussen drei Mal in den letzten 18 Monaten verwarnt", sagte DCU-Direktor Jesper Worre der Internetausgabe der Zeitung "Politiken". In Frankreich erklärte Rasmussen dem Dänischen Fernsehen, dass ihm nur eine Verwarnung bekannt sei. Die DCU teilte weiter mit, dass die Entscheidung schon am 21. Juni getroffen worden sei. Demnach darf der 33 Jahre alte Rasmussen nicht für Dänemark an der Radweltmeisterschaft in Stuttgart und an den Olympischen Spielen in Peking im nächsten Jahr teilnehmen.

Tour-Chef behält sich weitere Prüfungen vor

Spitzenreiter Michael Rasmussen darf vorerst trotz seines Ausschlusses aus dem dänischen Nationalteam weiter an der Tour de France teilnehmen. Aktuell liege nichts gegen den Träger des Gelben Trikots vom Team Rabobank vor, teilte Tour-Chef Christian Prudhomme vor dem Start der 12. Etappe in Montpellier mit. Der Tour-Chef behalte sich aber weitere Prüfungen des Falls vor und äußerte Kritik am dänischen Radsportverband DCU, der zu spät auf die von Rasmussen verpassten Doping-Kontrollen reagiert hätte. Eine Bestätigung für einen angeblichen Doping-Fall in Rasmussens Rabobank-Team gab es nicht.

Gerolsteiner-Team-Manager Hans-Michael Holczer forderte Rasmussens Teamleitung und den Sponsor auf, zu reagieren. Der Ethik-Code, dem sich alle ProTour-Teams unterworfen haben, lasse bei Doping-Verdacht eine Suspendierung zu. Die Bestimmungen der Nationalen Deutschen Anti-Doping Agentur Nada sehen schon nach einem "missed Test" eine Suspendierung für drei Monate vor.

Rasmussen: "Die Sache beruht auf einer Fehlinformation"

Das neue UCI-Programm "100 Prozent gegen Doping" schreibt bei drei verpassten Kontrollen Maßnahmen vor. Holczer lässt auch prüfen, ob juristisch gegen den nach einer A-Probe positiven T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz wegen Imageschädigung durch die Vereinigung der Profi-Teams AIGCP vorgegangen werden kann. "Das könnte nach den Regeln der AIGCP möglich sein", sagte Holczer.

"Die ganze Sache ist unverhältnismäßig und beruht auf einer Fehlinformation. Ich hatte nie einen positiven Dopingtest", sagte der zweifache Tour-"Bergkönig" Rasmussen vor dem Start zur 12. Etappe von Montpellier nach Castres. "Ich bin im Juni außerhalb von Wettkämpfen getestet worden, und alle Tests waren negativ. Ich habe die Unterstützung von der Tour. Aber ich bin sauer auf den dänischen Verband, weil ich nichts getan habe." (mit dpa)

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