Tour de France : Doping als Quotenkiller

Das Thema Doping nimmt bei der Berichterstattung von der Tour de France einen großen Raum ein. Der Radsport tritt in den Hintergrund - auch bei den TV-Zuschauern.

Peter Hübner[dpa]
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Tour de France: Wer schaut zu? -Foto: dpa

HannoverDer Auftakt der Tour de France ist für ARD/ZDF alles andere als erfreulich verlaufen. "Wir haben der Doping-Diskussion im Vorlauf viel Platz eingeräumt. Mit diesem Thema treffen wir nicht den Geschmack vieler Leute", sagte ARD/ZDF-Teamchef Peter Kaadtmann. Sowohl der Prolog am Samstag (ARD/9,4 Prozent) als auch die erste Etappe am Sonntag (ZDF/6,0 Prozent) blieben bei den Marktanteilen unter der 10-Prozent-Marke.

Allerdings hatte die Tour am Sport-Wochenende der Großereignisse gegen starke Konkurrenz zu kämpfen. Während nur 820.000 Zuschauer die erste Etappe von London nach Canterbury im ZDF verfolgten, lockte das fast zeitgleiche Formel-1-Rennen in Silverstone 6,45 Millionen Motorsport-Anhänger bei RTL vor den Bildschirm. Auch die ZDF-Übertragung vom Reitturnier in Aachen erzielte mit 1,22 Millionen Zuschauern eine bessere Quote als Radsport. Für das Wimbledon-Finale zwischen Roger Federer und Rafael Nadal im DSF entschieden sich im Schnitt 770.000 Tennis-Fans.

Sender halten an Art der Berichterstattung fest

"Der Start war nicht befriedigend", urteilte ARD-Teamchef Roman Bonnaire über die schwachen Quoten. Gleichwohl halten die öffentlich-rechtlichen Sender an ihrer Grundsatzentscheidung fest, trotz der Doping-Affären über das größte Radsport-Ereignis der Welt zu berichten und dabei der Doping-Problematik einen großen Raum zu gewähren. In den Interviews mit Weltverbandschef Pat McQuaid oder "Doping-Beichter" Jörg Jaksche geht es immer um das Thema Nummer eins.

"Das ist eine journalistische Herausforderung, die wir mit viel Elan angehen", sagte Kaadtmann. "Wir fühlen uns damit auf der richtigen Seite", fügte er hinzu. Probleme, wegen des Tour-Engagements im eigenen Haus schief angeschaut zu werden, habe er nicht. Dies gelte auch für Monica Lierhaus, versicherte ARD-Mann Bonnaire. Die Sportschau-Moderatorin, die wie in den vergangenen Jahren - allerdings nicht mit Ex-Profi Marcel Wüst als Partner - die Frankreich-Rundfahrt moderieren sollte, wird in den ersten zwei Wochen durch Michael Antwerpes vertreten. "Frau Lierhaus hat andere Dinge für die Sportschau zu erledigen. Sie wird in der dritten Woche die Tour moderieren", sagte der ARD-Teamchef.

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