Sport : Dopingverdacht: Balzer kämpft weiter

Falk Balzer hält sich in seiner Doping-Affäre den Weg vor ein ordentliches Gericht offen, indem er die Schiedsgerichtsvereinbarung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) nicht akzeptiert. Das bestätigte DLV-Justiziarin Tanja Haug am Dienstag auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes: "Falk Balzer muss sich jetzt vor unserem Disziplinarausschuss verantworten. Wenn ihm dessen Entscheidung nicht gefällt, kann er vor ein ordentliches Gericht ziehen." Zur Verhandlung vor dem DLV-Disziplinarausschuss kommt es erst nach Pfingsten.

Anders als rund 90 Prozent aller DLV-Kaderathleten verweigerte der Hürden-Weltcupsieger aus Jena, sich dem neuen Anti-Doping-Code des DLV zu unterwerfen. Dieser sieht den Weg vor das neu geschaffene unabhängige Schiedsgericht vor, über das künftig alle Dopingfälle geklärt werden sollen. Ein Einspruch ist dann nur noch vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne möglich.

In das Schiedsgericht schicken der Verband und der betroffene Athlet je einen Richter, die sich auf einen dritten unabhängigen Richter einigen müssen, der das Gremium komplettiert. Entscheidungen eines solchen Schiedsgerichts werden in Deutschland von staatlichen Gerichten akzeptiert. Dieter Baumann, der wie Balzer positiv auf die Muskelaufbausubstanz Nandrolon getestet worden war, gilt als vehementer Gegner des neuen Anti-Doping-Codes. Der 5000-Meter-Olympiasieger von Barcelona bezeichnete diesen als "Knebelung der Athleten", denen dadurch ihre Rechte geraubt würden.

Wird die Schiedsgerichtsvereinbarung von einem Athleten - wie jetzt im Falle von Falk Balzer - nicht anerkannt, so kommt sein Fall vor einen Disziplinarausschuss, dem DLV-Justiziarin Haug vorsitzt. Falk Balzer war am 19. Januar im Training positiv getestet worden. Eine von ihm selbst in Auftrag gegebene DNA-Analyse bewies eindeutig, dass der untersuchte Urin von ihm stammt.

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