Sport : Doppel Haas/Prinosil sichert Sieg über Schweden

Ein Jahr nach dem großen Krach hatte die deutsche Tennis-Nationalmannschaft beim World Team Cup ohne die Streithähne Boris Becker und Nicolas Kiefer mit Teamgeist wieder Grund zum Siegesjubel. Das Verlegenheits-Doppel Thomas Haas/David Prinosil präsentierte sich in Düsseldorf bei der mit 1,9 Millionen Dollar dotierten ATP-Mannschafts-WM als Einheit auf dem Platz und machte gegen Vorjahresfinalist Schweden den 2:1-Erfolg perfekt. Das Duo erteilte den Spezialisten Nicklas Kulti/ Mikael Tillström beim 6:2, 6:2 in 55 Minuten fast eine Lehrstunde.

"Sensationell, was Tommy und David gespielt haben. Als wenn sie schon ewig zusammenspielen", frohlockte Team-Kapitän Carl-Uwe Steeb. "Wir können hier sehr weit kommen. Wenn ich einen guten Tag habe, kann ich jeden schlagen. Und David und ich spielen super Doppel", sagte Haas, der mit seinem Dreisatzsieg gegen Thomas Enqvist am verregneten Sonntag den Grundstein gelegt hatte. Nur Rainer Schüttler ging gegen Tillström als Verlierer vom Platz. Für Haas und Co. kommt es heute zur Nagelprobe gegen die USA, die nach dem 1:2-Fehlstart gegen die Slowakei siegen muss. "Einen Pete Sampras zu schlagen, ist für Tommy eine ganz andere Hürde", warnte Steeb.

Australien startete in der Blauen Gruppe mit einem 2:1-Sieg gegen Spanien in das Unternehmen Titelverteidigung. Lleyton Hewitt/Sandon Stolle stellten den Erfolg im abschließenden Doppel mit einem 6:2, 6:2 gegen Jairo Velasco/Juan Carrasco sicher. Schon nach den Einzeln stand der Erfolg von Russland gegen Chile fest. Jewgeni Kafelnikow besiegte Marcelo Rios 6:3, 7:5. Und Marat Safin gewann keine 24 Stunden nach seiner Final-Niederlage gegen Gustavo Kuerten (Brasilien) bei den German Open in Hamburg gegen den ebenfalls 20-jährigen Nicolas Massu mit 7:6 (9:7), 6:4.

Carl-Uwe Steeb will den Frieden im deutschen Team nicht stören lassen. Die harsche Kritik seines Freundes Becker, der eine "beängstigende Flaute" im "gesichtslosen deutschen Tennis" angeprangert hatte, ließ der Kapitän im Raume stehen. Er habe den Becker-Beitrag "nicht gelesen", behauptete Steeb, ebenso Prinosil. Haas gab zwar zu, den auch für ihn wenig schmeichelhaften Beitrag studiert zu haben, verweigerte aber einen Kommentar dazu.

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