Sport : Doppelt erfolgreich

Sven Goldmann

wünscht sich zwei Kanadier für das deutsche Eishockey Wer wird Eishockey-Bundestrainer? Nachdem Greg Poss die Deutschen bei der Weltmeisterschaft in Wien zielsicher zum Abstieg geführt hat, interessiert nur noch eines: ob er geht oder gegangen wird. Nun suchen alle nach einem Nachfolger, der vor allem eines sein muss: deutsch.

Warum eigentlich?

Das Experiment mit Greg Poss scheiterte ja nicht an dessen amerikanischer Staatsbürgerschaft, sondern an sportlichen Unzulänglichkeiten. Viele deutsche Kandidaten gibt es nicht: Als Favorit gilt auf einmal Franz Reindl, der Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes. Er hätte den Charme der kostengünstigen Übergangslösung. Poss’ Vorgänger Hans Zach trat vor einem Jahr beleidigt zurück – auch, weil er das Vertrauen der Spieler nicht mehr genoss, und daran hat sich nichts geändert. Uwe Krupp, erster deutscher Stanley-Cup-Sieger, macht schon deshalb keinen Sinn, weil sein Lebensmittelpunkt in den USA liegt. Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) kennt er nur vom Hörensagen. Und für Dieter Hegen vom DEL-Aufsteiger Duisburg käme der Job als Bundestrainer doch ein wenig früh.

Die erfolgreichsten Trainer in Deutschland sind keine Deutschen, sondern Kanadier: Pierre Pagé von den Berliner Eisbären und Rich Chernomaz von den Frankfurt Lions. Beide haben gezeigt, dass Erfolg und der Einbau junger deutscher Spieler einander nicht widersprechen müssen. Zuletzt hatte die Liga eine Personalunion DEL-Coach/Bundestrainer mit dem Verweis auf eine Pflicht zur Neutralität abgelehnt. Doch die Lage ist ernst und verlangt nach unkonventionellen Lösungen. Warum sollten die Erfolgstrainer Pagé und Chernomaz nicht gemeinsam die Nationalmannschaft führen?

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