Sport : Dortmund: Die Borussia geht zum Auftakt am Stock

Eine neue Ära beginnt. Exakt 1031 Tage nach seinem verletzungsbedingten Aus als Profi startet Matthias Sammer seine zweite Karriere als Cheftrainer von Borussia Dortmund zur Premiere in die 38. Saison der Fußball-Bundesliga heute Abend gegen Hansa Rostock. Und obwohl der Europameister von 1996 erst vor zwei Monaten sein Diplom als Fußballlehrer bestanden hat, gilt er rund um den Borsigplatz als Hoffnungsträger für die sportliche Wende nach der sportlich völlig unbefriedigenden Saison 1999/2000.

Dieser Vertrauensvorschuss ist Deutschlands "Fußballer des Jahres" von 1995 und 1996 jedoch fast peinlich. "Der Sammer-Bonus ist unwichtig. Wir müssen ein besseres und positives Gefühl füreinander entwickeln und stehen in der Verantwortung, die Fans nicht zu enttäuschen", sagte der 32 Jahre alte Nachfolger von Udo Lattek, relativierte die hohe Erwartungshaltung und versprach: "Wir spielen Fußball, der nach Schweiß riecht." Und die Spieler haben ihren neuen Chef verstanden. "Wir sind keine Zauberer. Wenn wir versuchen, Schicki-Micki-Fußball zu spielen, dann stolpern wir", sagte Mittelfeldrenner Miroslav Stevic. Und Nationalspieler Jörg Heinrich pflichtet bei: "Auf dem Platz muss die Ruhrpott-Mentalität rein."

Trainer, Spieler und Präsident halten sich mit Prognosen zurück. Präsident Gerd Niebaum erinnert mit pathetischen Tönen: "Wir haben im letzten Jahr auf der Intensivstation gelegen. Nun waren wir für einige Wochen in der Rehabilitation, können aber deshalb jetzt noch kein Goldenes Sportabzeichen machen." Doch vor der Saison-Premiere gegen Rostock geht die Borussia am Stock. Denn aufgrund von Verletzungen fallen Stefan Reuter, Christian Wörns, Fredi Bobic, Christian Nerlinger und Lars Ricken aus, zudem ist der Brasilianer Dede gesperrt.

Dagegen kann Rostock im Westfalenstadion bis auf Timo Lange (grippaler Infekt) und dem Ägypter Yasser (Rehabilitation nach Kreuzbandriss) in Bestbesetzung antreten. Peter Wibran kann nach seiner Sprunggelenkverletzung spielen. Damit kann der Hansa-Kapitän seine imposante Serie ausbauen und seit seinem Wechsel von Helsingborg nach Rostock sein 55. Bundesligaspiel in Folge absolvieren.

So gibt sich Trainer Andreas Zachhuber vor der Saison-Premiere kess: "Wer bei Dortmund verletzt ist, interessiert mich nicht. Wir werden unser Spiel machen und freuen uns auf das Westfalenstadion. Das ist für alle Spieler und Trainer doch das Schönste, in solch einer Atmosphäre zu spielen."

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