Sport : „Dortmund muss liquide sein“ DFL-Chef Hackmann über die BVB-Krise

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Können Sie sich vorstellen, dass es den Verein Borussia Dortmund nicht mehr gibt?

Als begeisterter FußballFan kann ich mir das nur ganz schwer vorstellen.

Und als Chef der Deutschen Fußball-Liga?

Da mache ich mir große Sorgen aufgrund der Ad-hoc-Mitteilung des Vereins. Ich gehe aber davon aus, dass Dortmund nach wie vor die Saison 2004/2005 zu Ende spielen kann.

Und danach keine Lizenz mehr erhält.

Das werden wir genau prüfen und zwar nach dem gültigen Lizenzierungsverfahren, was für alle Klubs gleichermaßen gilt. Die Liquidität muss gesichert sein.

Muss man ein börsennotiertes Unternehmen, wie es Dortmund ist, nicht anders behandeln als andere Bundesligisten?

Wir sind an rechtliche Grenzen gebunden. Nach dem gültigen Lizenzierungsverfahren sind alle gleich zu behandeln.

Müssten Sie nicht das Verfahren ändern?

Daran arbeiten wir oder besser der Arbeitskreis Finanzen. Wir wollen eine Änderung auf freiwilliger vertraglicher Basis erreichen. Über die Details möchte ich aber nichts sagen, weil die Diskussion darüber noch läuft.

Die DFL hat sich nichts vorzuwerfen im Verhalten zu Borussia Dortmund?

Nein. Wir haben den Fall Dortmund sehr sorgfältig geprüft und analysiert und erst dann unter Auflagen und Bedingungen die Lizenz für die laufende Saison erteilt. Und wir verfolgen sehr genau, wie Dortmund mit diesen Bedingungen umgeht.

Andere, kleinere und finanzschwächere Klubs könnten der DFL vorwerfen, hier werde mit zweierlei Maß gemessen.

Ich kann nur nochmals betonen: Wir behandeln alle gleich, weil wir alle gleich behandeln müssen.

Die Bundesliga zeigt gerne mit dem Finger auf die italienische Liga und geißelt die dortige Schuldenmacherei. Hat die DFL italienische Verhältnisse?

Nein, bestimmt nicht. Der deutsche Fußball ist im internationalen Vergleich immer noch am gesündesten. Aber natürlich steigert das Beispiel Dortmund nicht das Vertrauen in die Marke DFL.

Wird die DFL Dortmund finanziell helfen?

Wir haben für solche Fälle einen Solidaritätsfonds eingerichtet, um sicherzustellen, dass alle Bundesligisten die Saison zu Ende spielen können.

Das Gespräch führte Armin Lehmann.

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