Dortmund schlägt Nürnberg : Der Herbstmeister eilt davon

Glanzlos aber erfolgreich: Die schon als Herbstmeister feststehenden Dortmunder machten mit einem 2:0 gegen Nürnberg den Sack zu.

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Die Dortmunder haben allen Grund zu feiern.
Die Dortmunder haben allen Grund zu feiern.Foto: AFP

Am Ende schien sich Dortmunds Trainer Jürgen Klopp über die Art und Weise des achten Auswärtserfolges in Folge fast etwas zu freuen. „Wer heute das Spiel gesehen hat, hat gesehen, wie schwer das war“, befand Klopp. In der Tat fiel der 2:0 (1:0)-Sieg beim 1. FC Nürnberg weit weniger glanzvoll aus als sonst. Klopp sollte es recht sein. Half ihm das Ansprechen von Mängeln doch gegen die vielen Gratulanten, die den BVB und seinen Coach zur inoffiziellen Herbstmeisterschaft und am liebsten gleich zum Meistertitel beglückwünscht hätten.

Schon vor dem Spiel schien Klopp die am Samstag nach der Mainzer Niederlage feststehende Tatsache, dass Dortmund die Hinrunde als Erster abschließen wird, wenig zu interessieren. „Es gibt auf der Welt keinen Wimpel auf dem ein solcher Titel steht, was nützt das also?“, konterte Klopp Nachfragen. „Wir haben es nach der Landung hier erfahren, es hat keinen Jubel gegeben.“ Und auch der Fakt, dass nach dem Sieg in Nürnberg der Vorsprung auf den Zweiten Mainz auf fast sagenhafte zehn Punkte wuchs, konnte Klopp nach dem Spiel auch nicht aus der Ruhe bringen. „Es gibt sicher schlimmere Dinge als 40 Punkte zu haben“, meinte er und hastete Richtung Rückflug.

Auch seine Spieler strahlten nach der Partie die Gelassenheit aus, mit der sie gegen den Club gewonnen hatten. „Wichtig ist, dass wir oben stehen, die Mannschaft gut funktioniert, Herbstmeister bedeutet gar nichts“, sagte Torwart Roman Weidenfeller. Und Torschütze Mats Hummels fand die Einstellung des Trainers, „dass es uns nichts nützt, Waldmeister zu sein, klasse“. „Wir haben heute offiziell den Klassenerhalt geschafft“, scherzte Nuri Sahin.

Die Gelassenheit war umso bemerkenswerter, als dass der BVB in Nürnberg mit der jüngsten Startelf der Bundesliga-Geschichte seit 1973 antraten. Damals schickte Schalke ein Team mit einem Altersschnitt von 22,1 Jahren aufs Feld. Dortmunds Elf war am Sonntag im Schnitt 22,2 Jahre alt. Als das Jugend-Team nach 22 Minuten einen Freistoß zugesprochen bekam, ging es plötzlich ganz schnell. Sahin legte sich den Ball zum Freistoß zurecht, während Hummels Gegenspieler Andreas Wolf davoneilte. Als der eilends von Sahin getretene Ball sich in den Nürnberger Strafraum senkte, stand dort der 21 Jahre alte Hummels alleine und erzielte per Kopf sein zweites Saisontor.

Bis dahin hatte sich der Herbstmeister aus Dortmund zwar bemüht, das Spiel so gut es ging zu kontrollieren, die Nürnberger – mit einem Durchschnittsalter von auch nur 23,7 Jahren – waren nach drei Niederlagen in Folge diesmal lange die aktivere Mannschaft. Heraus kam dabei nur eine einzige wirkliche Möglichkeit. Julian Schieber, der wieder als Einzelkämpfer im Club-Sturm überzeugte, setzte seinen Kopfball knapp neben das Tor von Torwart Weidenfeller.

Nach dem Treffer von Hummels war der BVB dennoch auf dem besten Wege, ihre neue Bundesliga-Bestmarke von sieben auf acht Auswärtssiege in Folge zu erhöhen, obwohl für BVB-Verhältnisse zunächst viele Fehlpässe im Spiel waren. Mit dem Tor nahmen Dortmunds Aktivitäten zu. In der 31. Minute zögerte der Japaner Shinji Kagawa zu lange, und gab so den Club-Verteidigern Gelegenheit, noch einzugreifen. Robert Lewandowski, der den verletzten Torjäger Lucas Barrios vertrat, scheiterte in der 14. Minute mit einem Schuss an Club-Torwart Raphael Schäfer.

Die Nürnberger mühten sich in der zweiten Hälfte, den Ausgleich zu erzielen. In der 54. Minute aber spielte Schieber den Ball ab, statt selbst zu schießen. Weil es den Dortmundern erst Mitte der zweiten Hälfte gelang, dominanter und abgeklärter aufzutreten, konnten sich die immer wieder Hoffnungen auf den Ausgleich machen. Eine zweite gefährliche Chance aber konnte der FCN nicht heraus spielen, weil die BVB-Defensive wieder einmal ihre Klasse zeigte. In der 73. Minute musste Keeper Schäfer gegen Lewandowski mit einer Fußabwehr retten. In der 88. Minute gelang dem Polen, der bisher nach Einwechslungen vier Tore erzielt hatte, doch sein fünftes Saisontor und damit seinen ersten Treffer als Mitglied der Startelf.

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