Sport : Dortmunds Torjäger stürzt seinen Klub noch tiefer in die Krise

Bei Borussia Dortmund liegen nach acht Pflichtspielen ohne Sieg die Nerven blank. Nun attackierte Torjäger Heiko Herrlich Trainer Michael Skibbe. "Ich bin hier wegrasiert worden. Die brauchen mich nur, wenn Fredi Bobic fehlt. Das ABC des Fußballs lautet, dass die Besten spielen, bei uns ist das nicht so. Bei uns gibt es keine richtige Konkurrenz-Situation. Es wäre besser gewesen, den Verein im Sommer zu verlassen", schimpfte Herrlich vor dem Nachholspiel am Mittwoch bei der SpVgg Unterhaching und nimmt dafür sogar eine satte Strafe in Kauf: "Das musste von der Seele. Die Tore waren eine große Genugtuung."

Der Verein reagierte sofort und belegte den Ex-Nationalspieler mit einer Geldbuße von 10 000 Mark. Trainer Skibbe wehrte sich gegen die Herrlich-Kritik und meinte: "Die Anschuldigungen sind falsch. Herrlich fiel wegen verschiedenen Erkältungen acht Wochen aus. Ich habe mir mit ihm immer Mühe gegeben, um ihn schnell wieder an den Kader heranzuführen. Deshalb verstehe ich die Welt nicht mehr."

Die Krise in Dortmund spitzt sich zu. Zwar will Mittelfeldspieler Andreas Möller nichts von einem Missverhältnis zwischen Mannschaft und Coach wissen, doch interne Probleme räumte auch er ein: "Wir haben schwierige Charaktere in der Mannschaft. Ein Jens Lehmann etwa ist zu ungeduldig, sorgt mit unglücklichen Äußerungen für negative Reaktionen." Nur kurzfristiger Erfolg kann bei Borussia Dortmund, das als Kommanditgesellschaft auf Aktienbasis im kommenden Jahr als erster deutscher Fußballklub an die Börse will, die Wogen glätten. Das weiß auch Skibbe.

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