Sport : Drama um einen Stürmer

Eisbär Keller war schwerer krank als zugegeben

Claus Vetter

Berlin. Dem EHC Eisbären könnte es derzeit sportlich kaum besser gehen. In der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) belegt der Klub nach zuletzt drei Siegen in Folge den zweiten Tabellenplatz. Dazu kommt, dass der Erstplatzierte, die Kölner Haie, bereits drei Spiele mehr auf dem Konto hat. Mit einem Sieg am Sonntag bei den Iserlohn Roosters könnten die Berliner wieder an die Tabellenspitze klettern. Trotz aller Erfolge: Manager Peter John Lee ist momentan nicht untätig, schließlich gilt es, Unwägbarkeiten im Personalbereich zu klären. Was passiert im Sturm nach dem Ausfall von Jeff Tomlinson (Kreuzbandriss), wann endlich hat Torwart Richard Shulmistra seine Leistenprobleme überwunden und was ist eigentlich mit Florian Keller los?

Letzteres Problem hat sich erledigt. Florian Keller ist auf dem Wege der Besserung. Das ist erstaunlich genug, auch wenn die Eisbären über den Gesundheitszustand des 26-jährigen Stürmers doch eher Lapidares gemeldet hatten. Wegen einer Zahnoperation sei Keller vorübergehend außer Gefecht gesetzt, hieß es. Keller schildert die Angelegenheit etwas dramatischer. „Ich hatte 40 Grad Fieber, das war höchste Eisenbahn“, sagt der Tölzer. „Drei Ärzte haben sich um mich gekümmert, dazu noch ein Zahnchirurg.“ Sein Weißheitszahn sei „schlimm vereitert“ gewesen, berichtet Keller.

Bis Montag muss Keller noch das Bett hüten, dann hofft er wieder ins Training eingreifen zu können. Das wäre nicht unwichtig, die Personalmisere im Sturm der Eisbären ist nicht zu übersehen. Jeff Tomlinson fällt nach einem Kreuzbandriss für den Rest der Saison aus. Inzwischen machen wildeste Gerüchte die Runde, wen die Berliner als Ersatz für Tomlinson verpflichten wollen. Da ist gar von Mark MacKay und Pavel Gross die Rede. Schöne Märchen. Der 38-jährige MacKay hat seine Karriere beendet, Gross kurvt bei den viertklassigen Capitals über das Eis – und das, laut eigener Aussage, mit Freude.

Neuer Center schon am Montag?

MacKay und Gross seien kein Thema, sagt denn auch Peter John Lee. Allerdings, sagt der Manager, werde „sehr bald“ etwas passieren. Und auch wenn er nichts verraten möchte, lässt sich leicht erraten, was: Nach dem Ausfall von Tomlinson haben die Eisbären mit Mark Beaufait und Rob Shearer nur noch zwei gelernte Center. Und dann haben die Berliner ja auch noch zwei Ausländerstellen nicht besetzt. Des Rätsels Lösung ist einfach: Ein neuer, prominenter Mittelstürmer wird nach Berlin kommen – vielleicht schon am Montag.

Bleibt nur noch das Problem mit Torhüter Shulmistra. „Richard macht Fortschritte“, sagt Lee. „Allerdings könnte es um ihn besser stehen.“ Schon verstanden. Gut möglich, dass die Eisbären neben einem Stürmer auch noch einen neuen Torhüter verpflichten. Claus Vetter

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