Sport : Dramatisches Finale

Alba verliert im Champions Cup 74:75 gegen Köln

Helen Ruwald

Berlin – Der Abend begann mit Standing ovations für Alba Berlin. Genauer gesagt für Matej Mamic, der von den Fans der Basketball-Bundesliga zum beliebtesten Spieler der vergangenen Saison gewählt worden war und gestern Abend vor 7161 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle geehrt wurde. Auf der Tribüne erlebte Mamic, der nach seinem schweren Unfall vor zehn Monaten weiter um sein Comeback kämpft, wie seine Kollegen im erstmals ausgetragenen Champions Cup zwischen Pokalsieger Alba und dem Deutschen Meister Rhein Energie Köln nach schwachem Start und dramatischem Ende 74:75 (28:41) verloren.

„Man hat heute zwei Gesichter unserer Mannschaft gesehen“, sagte Albas Trainer Henrik Rödl. „Erst waren die Spieler übernervös, später haben sie sich in den Rhythmus reingekämpft.“ Es war das einzige Heimspiel vor dem Saisonstart am 1. Oktober gegen die Telekom Baskets Bonn. Und Rödl hatte schon vorher gewarnt: „Wir stecken noch in der Vorbereitung. Man wird noch nicht alles sehen.“ Nicht erkennbar war vor der Pause die für die kommende Spielzeit angekündigte aggressive Verteidigung, dafür sah man viele Unsicherheiten im Zusammenspiel, eine schwache Wurfquote (nur 31 Prozent zur Pause) und Probleme bei den Freiwürfen. Fehlende Kraft mag nach dem harten Trainingslager in Spanien mit sechs Spielen in neun Tagen eine Rolle gespielt haben, aber auch, dass Rödl fünf Neuzugänge in die Startformation beorderte: Avery, Owens, Jenkins, Archibong und der enttäuschende Center Boumtje Boumtje (6 Punkte). Köln hingegen begann nur mit zwei Neuen. Bis zur Pause dominierten die Gäste – und die Berliner Fans pfiffen.

In der zweiten Halbzeit verteidigte Alba besser und kam zurück ins Spiel, obwohl Rödl viel wechselte. Vor allem Sharrod Ford (15), Chris Owens (15) und der neue Spielmacher William Avery (20) punkteten, doch sie konnten nicht verhindern, dass Kölns Neuzugang Demond Mallet immer wieder aus der Distanz traf und Alba lange nicht ganz herankommen ließ. Zwei Minuten vor dem Ende gingen die Berliner durch Chris Owens erstmals in Führung: 71:70. Die Fans tobten, doch sie feierten zu früh. Avery vergab zehn Sekunden vor Schluss einen von zwei Freiwürfen, Kölns Mladjen Sljivancanin traf im Gegenzug mit einem Dreipunktewurf zum Sieg. Bei Alba herrschte dennoch kein Trübsal. „Man sieht das Potenzial bei uns“, sagte Rödl.

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