Sport : Drei Jahre später

Kombinierer Ackermann siegt wieder im Weltcup

Kuusamo - Auf diesen Moment musste Ronny Ackermann fast drei Jahre lang warten. Am 2. Januar 2005 hatte der Nordische Kombinierer in Ruhpolding zum letzten Mal bei einem Weltcup ganz oben auf dem Siegerpodest gestanden. Nicht, dass er danach in eine Krise gestürzt wäre: Seither kam Ackermann bei Weltcups immer wieder als Zweiter oder Dritter ins Ziel und gewann drei WM-Titel. Nur mit dem Weltcupsieg Nummer 25 wollte es einfach nicht klappen. Gestern war es dann so weit: Der 30 Jahre alte Thüringer gewann beim Weltcup-Auftakt in Kuusamo (Finnland) den Einzel-Wettbewerb vor dem Amerikaner Jonny Spillane und Christoph Bieler aus Österreich. Junioren-Weltmeister Eric Frenzel feierte mit Rang vier das beste Weltcup-Resultat seiner Laufbahn. „Ich bin sehr, sehr glücklich, denn ich wusste nicht, wo ich stehe. Damit habe ich nicht gerechnet“, sagte Ackermann.

So wie der Sieger strahlte auch Bundestrainer Hermann Weinbuch. „Ronny hat einen grandiosen Wettkampf gemacht, einen seiner besten. Er hat alles im Griff gehabt“, jubelte Weinbuch. „Ich war vor dem Rennen aufgeregter als in den vergangenen Jahren“, gestand Ackermann, der nach zwei Sprüngen auf 125,5 und 134,5 Meter auf Rang sechs lag. „Ich habe in den vergangenen zweieinhalb Jahren sehr viel am Sprung gearbeitet. Der zweite Versuch war super.“ Mit einem Rückstand von 1:07 Minuten auf den führenden Japaner Daito Takahashi war er in die 15-Kilometer-Loipe gegangen, wo er so schnell loslegte, dass er dem Bundestrainer den Angstschweiß auf die Stirn trieb. „Wie er angegangen ist, war fast schon unheimlich. Er hat mehr Speed drin und kann das über eine längere Distanz halten“, sagte Weinbuch.

Zur Hälfte der Distanz übernahm der Weltmeister die Führung und lief 13,4 Sekunden vor Spillane jubelnd ins Ziel. „Ich bin schnell angegangen, um das Loch zu stopfen“, berichtete Ackermann, der im Sommer seine Lauftechnik umgestellt hat. Hinter ihm lieferte der erst 18-jährige Eric Frenzel einen tollen Wettkampf ab. „Ich habe nicht gedacht, dass es so gut geht. Ich konnte zwar Ronny nicht folgen, aber die zweite Gruppe war optimal für mich“, sagte der nach dem Springen siebtplatzierte Oberwiesenthaler. „Wir werden viel Freude mit dem Burschen haben. Er hat eine gute Basis und noch Luft nach oben“, prophezeite Weinbuch.

Olympiasieger Georg Hettich aus Schonach startete mit Rang 23 in die Saison, war aber nicht unzufrieden. „Für mich war es wichtig, dass ich einen stabilen Wettkampf abgeliefert habe“, sagte Hettich. „Ich bin entspannter als im Vorjahr, wo ich viele Aussetzer hatte. Es macht wieder Spaß.“ dpa

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