Sport : Ein 0:0 der besseren Sorte

Bayer Leverkusen rückt nach dem torlosen Spiel in Freiburg wieder auf Rang zwei vor.

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Ballnichtbeherrschung. Freiburgs Pavel Krmas und Andre Schürrle versuchen, den Ball unter Kontrolle zu bringen. Foto: AFP
Ballnichtbeherrschung. Freiburgs Pavel Krmas und Andre Schürrle versuchen, den Ball unter Kontrolle zu bringen. Foto: AFPFoto: AFP

Freiburg - Für Stefan Kießling hat es nicht ganz gereicht. Der Leverkusener Stürmer, der mit 13 Toren die aktuelle Torjägerliste der Bundesliga anführt, hätte sein 100. Liga-Tor erzielen können. Die Auswärtspartie beim SC Freiburg aber endete 0:0 und ohne Kießling-Treffer. Der eine Punkt reichte Kießlings Klub Bayer Leverkusen trotzdem, um sich in der Tabelle wieder an Borussia Dortmund vorbei auf Platz zwei zu schieben. Das war am Ende sicher das wichtigere Ziel. „Aufgrund der Chancen in der zweiten Hälfte hätte ich gerne 1:0 gewonnen, aber man muss gegen diese Freiburger auch mal mit einem 0:0 zufrieden sein“, sagte Bayers Sportdirektor Rudi Völler. „Das war ein 0:0 der besseren Sorte.“

In der ersten Hälfte bekam Stefan Kießling nicht viele Chancen, um Bundestrainer Joachim Löw auf der Tribüne zu beeindrucken. Im Gegenteil. Der Leverkusener Stürmer musste sich einige Mal weit nach hinten fallen lassen, um in einem von Taktik geprägten Spiel als Anspielstation zu dienen. Vorne musste der 29 Jahre alte Stürmer viele intensive Zweikämpfe gegen eine aufmerksame Freiburger Deckung ausfechten. Kießling rackerte wie gewohnt im Dienste der Mannschaft.

Eine paar Kießling-Tore hätten Löw wohl auch kaum noch umstimmen können. Der Bundestrainer hatte angekündigt, Kießling frühestens zur Amerika-Reise der Nationalmannschaft im Sommer wieder für die DFB-Auswahl zu nominieren. Der Münchner Mario Gomez und Miroslav Klose (Rom) sehe er ein gutes Stück vor Kießling, der viel Qualität und einen guten Charakter habe. Kießling sei eine echte Alternative. Leverkusens Sportdirektor Völler hatte noch vor dem Duell in Freiburg versucht, der Personalie etwas Spannung zu nehmen. „Es ist nicht wichtig, wenn er jetzt nicht dabei ist, wichtig ist, dass er bei der WM 2014 im Aufgebot steht“, sagte er.

In Hälfte eins besaß Simon Rolfes die größte Leverkusener Chance, als der Ex-Nationalspieler in der 18. Minute den Ball nur knapp neben das Tor schoss. Kießling fiel nur einmal auf, als er sich nach einer Rangelei im Freiburger Strafraum gellende Pfiffe des Publikums anhören musste. Beide Teams zeigten eine gute Raumaufteilung und ließen nicht viele Chancen des Gegners zu. Daniel Caligiuri vergab eine Freiburger Chance, als er nur die Latte traf.

Die ausgeglichene Partie zeigte dennoch, wie sehr sich die Freiburger unter Trainer Christian Streich weiter entwickelt haben. Bisher galt Leverkusen als Angstgegner, der die vergangenen vier Spiele in Freiburg gewinnen konnte. Das letzte Freiburger Tor gegen Bayer datiert aus dem Jahr 2005. Das Hinspiel in der aktuellen Saison gewann Bayer klar mit 2:0. Freiburgs Manager Dirk Dufner wies damals auf den Qualitätsunterschied beider Vereine hin. Diesmal begegnete man sich auf Augenhöhe. Leverkusen hatte neun Punkte aus den vergangenen vier Spielen geholt, Freiburg acht.

Ein mitreißendes Spiel kam in Freiburg trotzdem nicht heraus. Erst in der Schlussphase konnte Leverkusen weitere Akzente setzen. Andre Schürrle traf nach einem Sololauf übers halbe Feld mit einem 20-Meter-Schuss nur den Innenpfosten. Minuten später versuchte es Schürrle mit einem Fernschuss, der übers Tor ging. Auf der anderen Seite rettete Bayer-Torwart Bernd Leno gekonnt gegen Karim Guede. Oliver Trust

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