Sport : Ein anderes Spiel

Nicht jeder NHL-Profi wird in Deutschland zum Star

Claus Vetter

Berlin - Erik Cole zögert. Dann sagt er: „Es dauert eben, bis du dich an die vielen neuen Dinge hier gewöhnt hast.“ Inzwischen komme er – an sich Stammspieler in der National Hockey League (NHL) – in der Deutschen Eishockey- Liga (DEL) gut klar. Doch der herausragende Spieler der Berliner Eisbären ist der Stürmer von den Carolina Hurricanes noch nicht: NHL-Spieler ist eben nicht gleich DEL-Star. Eine Ungleichung, die früher selten aufging, galten doch selbst ausgemusterte NHL-Akteure als Verstärkungen für deutsche Klubs.

Neben Cole spielen zehn Profis in der DEL, die zurzeit in der NHL spielen würden – wenn die nicht wegen des Arbeitskampfes pausieren würde. Doch von ihnen hat bislang nur die Hälfte groß aufgespielt. Den ehemaligen NHL-Spieler Peter John Lee überrascht das nicht. „In der NHL ist das Spiel anders organisiert“, sagt der Manager der Eisbären. „Dort haben viele Spieler eine spezifische Rolle, die sie in der DEL nicht spielen können, weil sie nicht verlangt wird.“ So hat etwa Sven Butenschön in Mannheim seine Probleme. Als großer Spieler kommt der Defensivverteidiger bei den New York Islanders auf kleineren NHL-Eisflächen besser zurecht als bei den Adlern, bei denen von ihm Tore erwartet werden, die ihm noch nicht gelangen. „Wir sollten die Erwartungen an NHL-Spieler bei uns nicht überhöhen“, sagt Lee. „Wir können dafür ein bisschen stolz auf die Entwicklung der DEL sein. Einfach so wird hier keiner zum Star, egal wo er herkommt.“

Zur Fraktion der Gastspieler aus der NHL, die in der DEL blendend zurechtkommen, gehören zwei vom heutigen Gegner der Eisbären: Andy McDonald und Marco Sturm. Beide haben je schon elf Tore für den ERC Ingolstadt erzielt. Sturm fehlte zuletzt wegen Windpocken. Über seinen Einsatz heute wird laut Ingolstadts Manager Stefan Wagner „erst kurz vor Spielbeginn entschieden“.

Seinen Berliner NHL-Kollegen überrascht es übrigens nicht, dass Marco Sturm auch in der DEL seine Rolle als Torjäger erfüllt. „Der ist so gut, dass ich von ihm auch nichts anderes erwartet habe“, sagt Erik Cole.

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