Sport : Ein diagonales Problem

SCC-Volleyballer verlieren zum Auftakt 2:3 in Moers und vermissen Liefke

Karsten Doneck

Berlin - Marco Liefke ist fort. Er hat eine neue Herausforderung in Italiens zweiter Liga angenommen. Hinterlassen hat der 32-jährige ehemalige Nationalspieler in Berlin ein Problem. Sein bisheriger Klub, der Volleyball-Bundesligist SC Charlottenburg, kann Liefkes Position als Diagonalangreifer derzeit noch nicht gleichwertig besetzen. Folge: Mit einer 2:3 (25:27, 25:19, 15:25, 25:18, 13:15)-Niederlage beim Moerser SC startete der SCC am Samstagabend wenig verheißungsvoll in die neue Saison. „Uns sind im Angriff viele einfache Fehler unterlaufen“, klagte SCC-Trainer Michael Warm.

„Wir müssen schnell unsere Probleme auf der Diagonalposition lösen. Das ist unsere Schwachstelle“, sagt Manager Kaweh Niroomand. Mit dem Serben Jovan Vukanovic vom tschechischen Klub VSC Fatra Zlin sowie dem Nachwuchsmann Falko Steinke glaubte der SCC, den Fortgang von Liefke kompensieren zu können. Doch Vukanovic „ist nicht austrainiert hierher gekommen“, stellt Niroomand inzwischen ganz sachlich fest. Vukanovics Ehefrau bekam im Sommer ein Kind, ihr Mann vernachlässigte dabei aus lauter Fürsorge offenbar etwas die eigene Fitness. Niroomand sieht den Trainingsrückstand des 28-Jährigen aber wiederum nicht allzu dramatisch: „Bei dem Geld, das wir zahlen können, kann man ja wohl nicht erwarten, dass wir irgendwelche Superstars kaufen.“

Vorerst füllt also in erster Linie Falko Steinke beim SCC die Liefke-Rolle aus. Steinke ist 21 Jahre alt, ein Hüne von 2,05 Meter Größe und ein Athlet mit ungeheurem Sprungvermögen sowie großer Schlagkraft. Gegen Moers machte dieser junge Mann „ein ordentliches Spiel“, so Niroomand, aber ordentlich allein reichte eben nicht gegen einen Kontrahenten, der in diesem Jahr selbst gerne ein bisschen am Rad des deutschen Männer-Volleyballs drehen will und sich entsprechend verstärkt hat.

Der SCC seinerseits hat auch als Ziel ausgegeben, das Endspiel um die deutsche Meisterschaft erreichen zu wollen. Die Niederlage gleich im ersten Saisonspiel passt so gar nicht zu diesem Vorhaben und dämpft erst einmal die Aufbruchstimmung im Umfeld, die durch den personellen Umbruch im Kader erzeugt worden war. „Bedauerlich“ nennt Niroomand den Rückschlag, weist aber darauf hin: „Wenn man die Satzergebnisse sieht und auch das 13:15 im Tiebreak, dann zeigt das doch, wie knapp der Ausgang des Spiels war.“ Den entscheidenden Punkt im Spiel machte übrigens beim Stande von 13:14 im fünften Satz Georg Grozer junior. Der ist Diagonalangreifer – bei Moers.

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