Sport : Ein Hauch Dubai in Madrid

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Wer es mit dem FC Getafe hält, muss sich auf einige Neuerungen einstellen. So wird der FC Getafe künftig nicht mehr FC Getafe heißen, sondern FC Getafe Team Dubai, so soll es auf dem Wappen und den Trikots stehen. Hintergrund dieser geographisch zunächst seltsam anmutenden Namensehe ist die Übernahme des abstiegsbedrohten spanischen Erstligisten durch das Firmenkonsortium Royal Emirates Group. Das kommt – Sie ahnen es – aus Dubai und hat etwa 90 Millionen Euro für den FC Getafe bezahlt. Nach dem FC Malaga, der arabischen Investoren gehört, und der Übernahme von Racing Santander durch einen indischen Geschäftsmann ist es der dritte spanische Verein, der vom Ausland aus gelenkt wird.

Nun verfügt der kleine Klub aus der Madrider Vorstadtprovinz mitnichten über einen schützenswerten Namen mit weltweiter Strahlkraft. Dennoch kann und sollte diese Nachricht auch Uefa-Präsident Platini beunruhigen. Der FC Getafe Team Dubai steht sinnbildlich für die Auswüchse in Europas Fußball, der sich im Rattenrennen um die besten Tabellenplätze ohne Maß immer weiter in die Schulden wirtschaftet. Und damit auf Sicht in die Hände meist sport- und landesfremder Investoren, die langfristig ganz andere Interessen als sie selbst haben. Fast die gesamte englische Liga wird schon von solchen teils hochgradig dubiosen Geschäftemachern regiert, nun wird auch die spanische Primera Division Klub für Klub verhökert.

In dieser Hinsicht darf und muss man wieder einmal begrüßen, dass die Bundesliga sich weiterhin tapfer gegen die komplette Vereinnahmung durch Investoren wehrt. Zwar stieg auch bei 1860 München jüngst der jordanische Geschäftsmann Ismaik ein – das alleinige Sagen aber hat er dank der 50+1-Regel zumindest rein formal nicht. Andernfalls würde wohl schon längst der TSV 1860 Amman in der Zweiten Liga spielen.

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