Sport : Ein Hauptgewinn aus Senegal

Salif Keita darf auch heute gegen Rot-Weiß Oberhausen für den 1. FC Union stürmen

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Von Karsten Doneck

Berlin. Die Stimme des Rundfunkreporters überschlug sich fast. „Und jetzt Keita…Keitaaa…Keitaaaa“, rief er ins Mikrofon. Und als der Sprecher wenige Sekunden später wieder halbwegs zu Atem gekommen war, konnte er der Hörerschaft auch noch den neuen Sachstand mitteilen: „Tor für den 1. FC Union, es steht 1:1.“ Salif Keita hatte beim SV Waldhof Mannheim den Ausgleich erzielt. Es war ein eminent wichtiges Tor: Für ihn selbst, aber auch für den 1. FC Union. Die Köpenicker gewannen am Ende in Mannheim mit 2:1, und Keita, Unions Neuer von Hannover 96, hatte im Stürmer-Lotto drei aus vier einen Hauptgewinn gezogen. Neben Steffen Baumgart und Sreto Ristic ist der Senegalese auch heute für das Spiel gegen Rot-Weiß Oberhausen (15 Uhr, Alte Försterei) im Angriff gesetzt. Noch vor Petar Divic, der mit einer Ablösesumme von 450 000 Euro Unions immerhin teuerster Transfer in der Vereinsgeschichte ist.

Allzu viel Vertrauen brachte Trainer Georgi Wassilew seinen neuen Spielern vor Saisonbeginn ja nicht gerade entgegen. Als das erste Punktspiel gegen den FSV Mainz 05 angepfiffen wurde, stand keiner der sieben Spieler auf dem Feld, die Union für wenig Geld, aber mit vielen Hoffnungen auf bessere Zeiten gekauft hatte. Später soll ihm Präsident Heiner Bertram empfohlen haben, es doch künftig wenigstens mal mit dem einen oder anderen Neuen zu versuchen. In Mannheim ließ der Trainer Keita und Steffen Baumgart, früher Hansa Rostock, von Anfang an stürmen.

Petar Divic muss also vorerst mit der Rolle des Ersatzmannes vorlieb nehmen. Dabei war Divic mit acht Treffern in der zweiten Halbserie der vergangenen Saison noch der torgefährlichste Stürmer der Unioner. Aber über die lange Sommerpause hinweg ist Divic die Form abhanden gekommen – und zwar im doppelten Sinne: Angeblich soll er übergewichtig aus dem Urlaub zurückgekehrt sein.

Salif Keita behält derweil auf dem Weg zu einem Stammplatz Bodenhaftung. Er sieht sein Potenzial und das der Mannschaft noch nicht ausgereizt. „Alles ist noch längst nicht perfekt. Meist kommt der letzte Pass noch nicht richtig“, moniert er. Und bei der Harmonie mit den Mitspielern sind auch noch Wachstumsraten zu erwarten. „Auch Steffen Baumgart ist ja neu. Das Zusammenspiel mit ihm muss noch besser werden. Aber das kommt schon noch“, verspricht Keita. Und vielleicht werden Besserungen ja schon heute gegen RW Oberhausen sichtbar.

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