Sport : Ein kurzes Lachen

Kaiserslautern freut sich über das 2:0 gegen Wolfsburg und bangt um Miroslav Klose

Oliver Trust

Kaiserslautern . Vorstandschef René C. Jäggi umarmte alle um ihn herum wie besessen. Er ballte die Hand zur Faust und schrie seine Freude heraus. Angreifer Lincoln hatte sich eine Trommel geschnappt und schlug den Takt dazu. „Erik Gerets, Erik Gerets“, hallte es nach dem zweiten Saisonsieg durch die Baustelle Fritz-Walter-Stadion. 2:0 hatte der 1. FC Kaiserslautern über den VfL Wolfsburg gewonnen. „Wir haben gezeigt, dass wir nicht tot sind", sagte Trainer Eric Gerets und lachte für eine Sekunde. Es war ein kleiner Schritt, der die Pfälzer vom letzten Tabellenplatz auf den vorletzten Rang brachte.

„Ich hab viel erlebt, aber das ist wie Weihnachten", sagte Trainer Erik Gerets. Doch so richtig schön war auch dieser Erfolg nicht. Nationalspieler Miroslav Klose musste in der 29. Minute mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgewechselt werden. Eine Röntgenuntersuchung ergab keinen Knochenbruch, doch die endgültige Diagnose soll heute nach einer Kernspintomographie gestellt werden. Ein längerer Ausfall des Nationalspielers wäre ein schlimmer Verlust für Kaiserslautern. Jetzt, da es auf dem Spielfeld wieder besser läuft.

„Endlich haben wir umgesetzt, was der Trainer wollte", sagte Mario Basler. Wolfsburg hatte nicht viel zu bieten. Als Vratislav Lokvenc die Flanke von Jose Manuel Dominguez ins Tor schlenzte, führte Kaiserslautern verdient mit 1:0. Es war das erste Heimtor seit dem 5. Oktober. „Wir haben uns nie durchsetzen können, wenn es rustikal wurde“, klagte Wolfsburgs Trainer Wolfgang Wolf. Und als Lincoln, der für Klose kam, in der 66. Minute den Pass von Christian Timm ins Tor setzte, war alles vorbei. „Tausende haben uns unterstützt, obwohl wir sie so lange enttäuscht haben“, sagte Gerets über die Fans.

„Die Mannschaft hat heute für den Trainer gespielt und gegen ein anderes System“, sagte Jäggi. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Peter Briegel war mit seinem Plan gescheitert, den ehemaligen Meistertrainer Karlheinz Feldkamp als Sportdirektor zu holen und Gerets zur Seite zu stellen. Am Montag will Briegel nun nach Albanien fliegen und über den Posten des Nationaltrainers verhandeln.

Dabei hatte der Klub vor dem Spiel gedroht, die Gehälter der Spieler um 50 Prozent zu kürzen, wenn die Mannschaft nicht die beiden nächsten Heimspiele gewinnt. „Die Spieler wollten ursprünglich 1,5 Millionen Euro an Prämien an den Verein spenden. Aber wenn man nicht gewinnt, gibt es keine Prämien“, sagte Jäggi. „Das Geld ist auf einem Konto der Spieler eingefroren.“ Bereits die Gehälter für den November sind davon betroffen. Ein paar Spieler sollen deshalb schon bei ihren Anwälten gewesen sein. Jäggi sagte: „Wenn wir Post von den Anwälten der Spieler bekommen, werden wird sie eben an unsere Anwälte weiterleiten.“

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