Sport : Ein Meister für Berlin

Eisbären holen Stürmer Robinson aus Mannheim

Claus Vetter

Berlin - Einen neuen Trainer haben die Eisbären Berlin noch nicht, dafür aber schon mal einen neuen Stürmer. Und was für einen: Nathan Robinson soll in den kommenden zwei Jahren für die Berliner in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) möglichst viele Tore schießen, so wie er das in der abgelaufenen Saison bei Adler Mannheim gemacht hat. Beim neuen Meister war der 25 Jahre alte Mann aus der kanadischen Provinz Ontario nicht nur zweitbester Scorer, sondern auch einer der besten Spieler.

Der Zeitpunkt der Verpflichtung von Robinson erstaunt, haben die Berliner doch noch keinen Nachfolger für Pierre Pagé vermeldet, der künftig in Salzburg coacht. Manager Peter John Lee begab sich also ohne Mitsprache eines Trainers auf Spielersuche. Das allerdings ist bei den Eisbären nichts Neues, auch zu Zeiten von Pagé gab es das bereits. „Eigentlich hätten wir Robinson schon vor der vergangenen Saison gerne geholt“, sagt Lee, „doch dann kam Mannheim dazwischen.“ Und an sich hätte nun ein Klub aus der Schweiz dazwischenkommen müssen, denn in der gut zahlenden Liga war der Kanadier im Gespräch. Robinson gilt nicht als Kleinverdiener: Vor der vergangenen Saison war er sich schon mit den Hannover Scorpions einig, dann aber legte Mannheim kräftig nach und Robinson kam vom Farmteam der Boston Bruins nach Baden. Zum Glück für Mannheim. Der Stürmer, der es in der National Hockey-League nur auf sieben Einsätze gebracht hatte, kam in der DEL-Hauptrunde auf 44 Punkte, schoss dabei auch ein spielentscheidendes Tor gegen die Eisbären – weil er zu schnell war für die Berliner Verteidigung.

Der flinke Robinson ist für das Spiel der Eisbären eine Bereicherung. Das Gute sei, sagt Manager Lee: „Der hat seine besten Jahre noch vor sich, er wird noch besser werden.“ Auch die Eisbären sollen besser werden als in der abgelaufenen Saison, in der sie nicht mal die Play-offs erreichten. Im Jahr 2008 steht der Umzug aus der kleinen Halle im Sportforum in die Großarena am Ostbahnhof bevor. Mit einem Durchschnittsteam würde es dem Klub sicher schwerer fallen Zuschauer zu gewinnen als mit einem Spitzenteam. Mit der – kostspieligen – Verpflichtung von Robinson haben die Berliner nun einen Schritt in die richtige Richtung getan, denn der exzellente Schlittschuläufer ist mehr als ein durchschnittlicher Profi.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben