Sport : Ein Schaden für die ganze Mannschaft

Schalke gewinnt, aber Kuranyi wird ausgepfiffen

Gelsenkirchen - Ergebnisse und Tabellenplatz stimmen, doch die Pfiffe der Fans gegen den glücklosen Kevin Kuranyi trüben die Stimmung beim FC Schalke. „Das hat mich schon enttäuscht, denn Pfiffe helfen der Mannschaft nicht“, sagte Trainer Fred Rutten nach dem 1:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt, mit dem die Schalker am Samstag zumindest für einen Tag die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga erklommen hatte. „Aber manchmal braucht ein Team die Fans besonders. Wenn wir noch mehr Unterstützung bekämen, wäre es eine Super-Atmosphäre in der Arena.“

Auch wenn Kuranyi nach seiner Auswechslung in der 83. Minute meinte, er habe sich an die Pfiffe „gewöhnt“: Sein Sturmpartner Jefferson Farfan wollte sich mit den Unmutsbekundungen gegen den fleißigen, aber im Abschluss häufig ungeschickten Kuranyi nicht abfinden. „Das schadet der ganzen Mannschaft. Es ist besser, wenn die Fans ihn unterstützen und ihm Respekt entgegenbringen.“ Vier Tage nach dem 4:1 im Uefa-Cup-Spiel in Nikosia überzeugte Schalke zwar nicht spielerisch, erledigte seinen Job gegen die durch die Rote Karte gegen Chris ab der 34. Minute dezimierte Eintracht aber routiniert und clever. „In der ersten Hälfte haben wir perfekten Fußball gespielt, in der zweiten war es dann nicht mehr so schön anzuschauen“, sagte Manager Andreas Müller. Die Pfiffe gegen Kuranyi wollte Müller nicht überbewerten: „Natürlich hilft es nicht, wenn ein Spieler so im Fokus steht. Aber es gibt immer mal Phasen, in denen bestimmte Spieler kritisch gesehen werden. Aber Trainer und Team stehen hinter Kevin.“

Laut Rutten ist das Team „auf dem richtigen Weg“. Man habe zwar das Tempo der ersten 45 Minuten nicht über die ganze Spielzeit hoch halten können. Aber – anders als in Dortmund vor einer Woche – habe man „nicht die Ordnung verloren“. Letztlich, sagte Kapitän Marcelo Bordon, gebe es auch für ein 1:0 drei Punkte: „Wir haben gewonnen, nur das ist am Ende wichtig.“ Für die Frankfurter, die nach dem Ausfall der Heimpartie gegen Karlsruhe bereits das dritte Auswärtsspiel in Serie bestreiten mussten, hat sich die Reise nach Gelsenkirchen wie in den letzten neun Jahren nicht gelohnt. Trotzdem war Friedhelm Funkel mit seiner ersatzgeschwächten Elf zufrieden. „Leistung und Leidenschaft haben gestimmt. Die Mannschaft hat auch mit einem Mann weniger Charakter gezeigt“, sagte der Trainer der Eintracht. Für einen erfolgreichen Konter habe am Ende dann „leider die Kraft gefehlt“.dpa

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