Sport : Ein Sieg dank Gier und Klasse Dortmund schlägt Köln

hochverdient mit 1:0

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Ohrenwärmer. Kölns Torwart Michael Rensing, hier gegen Felipe Santana, wurde vom BVB nur einmal bezwungen. Foto: dpa
Ohrenwärmer. Kölns Torwart Michael Rensing, hier gegen Felipe Santana, wurde vom BVB nur einmal bezwungen. Foto: dpaFoto: dpa

Seit Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund tätig ist, hat das Wort Gier seinen festen Platz im Sprachgebrauch des BVB. Vor der Begegnung gegen den 1. FC Köln hatte der Trainer des BVB verkündet, die entscheidende Frage sei, „wer in diesem Spiel die größere Gier entwickeln kann“. Die Antwort auf diese Frage fiel nicht leicht am Freitagabend, weil sich beide Kontrahenten in puncto kämpferischer Attitüde nichts vorwerfen lassen mussten. Dass es beim hochverdienten 1:0 (1:0) dennoch einen Sieger gab, lag nicht daran, dass der BVB vor 80 720 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion mehr investierte, sondern eindeutig mehr spielerische Klasse einbrachte.

Für Klopp bedeute der Sieg ein Jubiläum, es war der 50. dreifache Punktgewinn im 93. Spiel, seit er beim BVB auf der Bank Platz genommen hat. Es wird nicht der letzte gewesen sein. Jetzt, wo der souveräne Spitzenreiter noch neun Begegnungen bis zum Saisonende zu bestreiten hat, müsste im Revier schon eine Epidemie ausbrechen, um den Gewinn der siebten deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte noch zu verhindern.

Die Gastgeber konnten wieder auf ihren genesenen Stammtorhüter Roman Weidenfeller zurückgreifen, dafür mussten sie Abwehrchef Mats Hummels ersetzen, der sich beim morgendlichen Abschlusstraining eine Bauchmuskelzerrung zugezogen hatte. Auch die Kölner gingen gehandicapt ins Spiel, ihnen fehlte mit Geromel der beste Defensivmann. Das kleine Gipfeltreffen der besten gegen die drittbeste Rückrundenmannschaft begann wie erwartet: Dortmund drückte aufs Tempo, die Kölner ließen sich weit zurückfallen, um die Räume vor dem eigenen Tor eng zu machen. Das gelang leidlich, dennoch führter der Sturmlauf des BVB zu einer ganzen Reihe guter Torgelegenheiten. Doch Michael Rensing im Kölner Tor war glänzend aufgelegt und hielt sein Team mit spektakulären Taten im Spiel: Den fulminanten Freistoß von Neven Subotic aus über 30 Metern kratzte er aus der Ecke, bei einem Kopfball von Felipe Santana nach Ecke von Mario Götze zeigte er einen fantastischen Reflex. Und als Rensing tatsächlich geschlagen war, weil Barrios den Ball aus kurzer Distanz an ihm vorbeigespitzelt hatte, sprang Verteidiger Kevin Pezzoni in die Bresche und schlug den Ball von der Linie. Doch kurz vor dem Halbzeitpfiff war auch Rensing mit seiner Kunst am Ende: Götze leitete einen langen Ball von Bender zu Lewandowski weiter, dessen trockener Schuss zischte unhaltbar ins lange Eck. Keine Frage, diese Führung war hochverdient, sie hätte durchaus höher ausfallen können.

Die Gäste aus dem Rheinland nutzten die Pause, um sich zu sammeln und nach dem Seitenwechsel auch mal in der Dortmunder Hälfte aufzutauchen. Nach einem Querschläger von Subotic musste Weidenfeller gedankenschnell dazwischen gehen, um gegen Novakovic den Ausgleich zu verhindern. Nun war es ein packender Schlagabtausch, in dem auch die Kölner ohne den verletzt ausgeschiedenen Lukas Podolski das Spiel nach vorn forcierten: Novakovic war frei durch, schob den Ball jedoch vorbei. Im Gegenzug parierte der überragende Rensing einen Kopfball von Subotic, das Publikum bekam Hochgeschwindigkeits-Fußball geboten, vor allem in Richtung des Kölner Tores. Barrios und Sahin trafen die Latte, dann war Schluss. Am Ende taten die Borussen das, was sie in dieser Saison schon so ausgiebig vorexerziert haben: Sie feierten einen weiteren Sieg auf dem Weg zum Titel.

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