Sport : Ein Sieg gegen den Betrug

Robert Ide

über die Dopingaffäre um den Radfahrer Tyler Hamilton So schnell kann das gehen im Radsport mit dem Doping. Wenn mal hart kontrolliert wird, bleibt nicht mehr viel übrig vom ästhetisch-athletischen Image der Bergkletterer und Sprinter. Tyler Hamilton, der Olympiasieger im Zeitfahren, soll des Dopings überführt worden sein. Der US-Amerikaner hat sich offenbar fremdes Blut gespritzt, um mehr rote Blutkörperchen zu haben und damit seine Leistung zu steigern. Wenn die B-Probe den Verdacht bestätigt, muss Hamilton seine Medaille zurückgeben. Die Karriere eines Fahrers, der von den Fans wegen seiner Härte zu sich selbst verehrt wurde, könnte zu Ende sein.

Es wäre ein großer Erfolg im Kampf gegen Doping, und zwar in dreifacher Hinsicht. Ausgerechnet in Athen ist Hamilton positiv getestet worden – bei jenen Spielen also, die erstmals dem Kampf gegen Sportbetrug gewidmet waren und bei denen IOC-Präsident Jacques Rogge einen Weltrekord im Kontrollieren aufgestellt hatte. Ausgerechnet des Blutdopings ist Hamilton wohl überführt worden – einer Variante also, die nach Meinung von Fahndern immer öfter von Sportlern angewandt wird, weil sie nur schwer nachweisbar ist. Und ausgerechnet im Radsport gibt es einen neuen spektakulären Dopingfall – in jener Sportart also, dessen Weltverband sich erst kurz vor den Olympischen Spielen dazu durchringen konnte, die internationalen Anti- Doping-Regeln zu akzeptieren.

Der Radsport lebt von der ästhetisch-athletischen Anmutung seiner Bergkletterer und Sprinter. Das kann er nur, wenn das Publikum sich halbwegs sicher ist, dass die Idole nicht betrügen. Darum muss hart kontrolliert und bestraft werden – nicht nur bei Olympischen Spielen.

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