Sport : Ein Sieg gegen Jordan

Alba Berlin bezwingt die Artland Dragons 80:69

Benedikt Voigt

Berlin. John Best legte den Arm um DeJuan Collins und hielt ihm eine Hand zum Abklatschen hin. Der Power Forward von Alba Berlin war erleichtert, er hatte sich das Spiel gegen die Artland Dragons nicht so schwer vorgestellt. Erst durch einen konzentrierten Endspurt im letzten Viertel konnte der Deutsche Meister den Aufsteiger mit 80:69 (35:29) bezwingen. Es war erst der zweite Sieg im vierten Bundesligaspiel für die Berliner. Schon am kommenden Dienstag tritt Alba Berlin erneut an, dann aber im Pokal beim Zweitligisten Eisbären Bremerhaven.

Etwas weniger Zuschauer als gewohnt kamen gestern in die Max-Schmeling-Halle. Vielleicht war die Zahl von 5123 Basketballfreunden auch eine Quittung für die mäßige Leistung beim 65:73 in Bamberg. Allerdings dürften auch der ungewohnte Termin am Samstagabend und der unbekannte Gegner, der Aufsteiger aus Quakenbrück, eine Rolle gespielt haben. Doch der Neuling präsentierte sich stark. Er brachte etwa 150 Fans mit. Und einen Spieler, der zumindest so heißt, wie der berühmteste Basketballer der Welt: Michael Jordan. Alba konnte sich glücklich schätzen, dass die Kopie dem Original an Spielstärke doch ein wenig nachsteht. Dennoch war er mit 17 Punkten erfolgreichster Werfer der Gäste. Bei Alba traf Vladimir Petrovic mit 15 Punkten am besten.

Die Artland Dragons, die sich nach dem Gebiet zwischen Oldenburg und Osnabrück benannt haben, waren nicht nach Berlin gekommen, um sich eine Niederlage abzuholen. Von Beginn an traten sie frech und respektlos auf. Und weil die Berliner weiterhin auf der Suche nach einem mannschaftlich geschlossenen Spiel sind, bekam der Deutsche Meister große Schwierigkeiten. Dabei hatte sich Trainer Emir Mutapcic nach der zweiten Saisonniederlage im dritten Spiel etwas Neues einfallen lassen. Zum ersten Mal in dieser Saison begann Szymon Szewczyk auf der Centerposition. Jovo Stanojevic, der nach seiner Knieverletzung immer noch nicht richtig fit ist, musste die ersten Minuten auf der Ersatzbank verbringen. Der Pole dankte die Nominierung in der Starting Five mit 13 Punkten und elf Rebounds.

Doch den besseren Start legte der Neuling aufs Parkett. 12:15 stand es nach dem ersten Viertel. Quakenbrück lag nicht nur sportlich vorne, sondern setzte auch das modische Highlight. Der eingewechselte Aufbauspieler James E. Duncan erschien mit zwei blauen Waden-Manschetten auf dem Spielfeld, die auch noch farblich auf die Schuhe abgestimmt waren. Ansonsten fiel der Aufbauspieler nur noch durch drei Offensivfouls auf, die er den Berlinern durch gutes Stellungsspiel anhängte. Im zweiten Viertel, das Alba 23:14 gewann, bekam die Mannschaft das Spiel etwas besser in den Griff. Die Berliner verteidigten intensiver und dominierten nun auch unter dem Korb. Zur Halbzeit hatten sie doppelt so viele Rebounds gesammelt wie Quakenbrück.

Doch auch nach der Pause konnte sich Alba nie entscheidend absetzen. In der 25. Minute brachte der Grieche Konstantinos Stavropoulos viele Alba-Fans gegen sich auf, als er Marko Pesic bei einem Einwurf umwarf. Plötzlich pfiffen auch die Zuschauer gegen Quakenbrück, und auch bei den Berliner Spielern kamen Emotionen auf. Pesic hatte Wut im Bauch und revanchierte sich mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf zum 48:41. Quakenbrück versuchte anschließend das Spiel mit einer Auszeit zu beruhigen. Vor dem letzten Viertel führte Alba 60:47.

Doch das fünfte Foul von Centerspieler Jovo Stanojevic neun Minuten vor dem Ende brachte Alba noch mal in Bedrängnis. Als der Vorsprung vier Minuten vor dem Ende auf drei Punkte geschrumpft war, tigerte Trainer Mutapcic nervös die Seitenlinie auf und ab. Sein Team würde doch nicht gegen den Aufsteiger verlieren? Doch Alba konzentrierte sich in den letzten Minuten des Spiels und baute vor allem durch Freiwürfe einen uneinholbaren Vorsprung auf.

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