Sport : Ein Sieg ohne Penalty

Eisbären gewinnen in der DEL gegen Hannover 5:1

Claus Vetter

Berlin. Zum Penaltyschießen kam es nicht, und ein weiteres trübes Erlebnis hatten die zuletzt wenig erfolgreichen Spieler des EHC Eisbären auch nicht zu verdauen. Somit hatte der 5:1 (1:0, 2:1, 2:0)-Erfolg gegen die Hannover Scorpions für die Berliner zwei positive Aspekte, zu denen sich noch der angenehme Fakt gesellt, dass die Eisbären nunmehr seit 18. Spieltagen die Tabelle der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) anführen. Damit wäre aber auch schon fast alles Erfreuliche zum gestrigen Spiel der Berliner aufgeführt. Denn die 5000 Zuschauer im erneut ausverkauften Sportforum bekamen große Eishockey-Kunst eher selten zu sehen.

Beide Mannschaften veranstalteten überwiegend ein undynamisches Geschiebe, garniert mit vielen Missverständnissen und Fehlpässen. Das Spiel wurde auch nicht dadurch erträglicher, dass es von der Fraktion der mitgereisten Fans aus Hannover mit einem ohrenbetäubenden Dauertrommeln untermalt wurde. Immerhin, nachdem die Hannoveraner zu Anfang ein paar gute Torchancen unbeholfen vergeben hatten, konnten die Fans der Eisbären nach fünf Minuten jubeln. Hannovers Torwart Andrew Verner konnte einen Schlagschuss von Keith Aldridge zwar noch abwehren, doch dann war Sven Felski zur Stelle und traf zum 1:0 für die Berliner.

Es war glücklich für die Eisbären, dass sie diese knappe Führung ins zweite Drittel retten konnten. Schließlich übernahmen die in der Tabelle weit ab von jeglichen Hoffnungen auf die Play-offs rangierenden Scorpions die Initiative, die Berlinern beschränkten sich aufs Kontern. Es war durchaus beachtlich, dass die Hannoveraner erst in der 22. Minute durch Todd Simon zum Ausgleich kamen. Und noch erstaunlicher war, dass den Eisbären dann im zweiten Drittel plötzlich zwei Tore gelangen, weil kollektive Lethargie auf dem Programm gestanden hatte: Zunächst gelang Mark Beaufait im Nachschuss sein 20. Saisontreffer, und dann erzielte Steve Walker bei Berliner Überzahl das 3:1. Und da die Hannoveraner in der Folgezeit trotz Überlegenheit nichts besseres zu tun hatten, als die Berliner Torpfosten auf ihre Haltbarkeit zu überprüfen, blieb es beim Zwei-Tore-Vorsprung.

Ein glücklicher Treffer von Rob Shearer und einer von David Roberts rundeten im letzten Drittel einen lange Zeit wenig spaßigen Abend doch noch ab. Wichtig waren die drei Punkte gegen die hilflosen und am Ende resignierenden Hannoveraner für das Gemüt der Berliner Spieler allemal. Schließlich hatten sie seit acht Partien nicht mehr innerhalb von 60 Minuten gesiegt. Lediglich drei Mal wurden Penaltyschießen gewonnen.

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