Sport : Ein starkes Trio

Nach Magdeburg und Flensburg trumpft auch Lemgo auf

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Berlin (Tsp). Christian Schwarzer reckte die Faust in die Höhe und stieß einen Jubelschrei aus. Gerade hatte der Deutsche Handballmeister TBV Lemgo dank der zehn Tore des Nationalspielers bei Spaniens Tabellenführer Real Ciudad ein 34:34 (19:18) erkämpft und damit die Tabellenführung in der Gruppe A der Champions League vor den punktgleichen Spaniern behauptet.

Damit hatte auch der dritte Bundesligaklub in der europäischen Meisterklasse sein Soll mit Bravour erfüllt und Kurs aufs Achtelfinale beibehalten. Am eindrucksvollsten untermauerte der SC Magdeburg anderthalb Jahre nach dem Titelgewinn seine neuerlichen Ambitionen mit einem 28:26 (14:12)Sieg über das Starensemble des FC Barcelona in der Gruppe B. Auch Pokalsieger SG Flensburg-Handewitt hat trotz des ersten Punktverlustes das Achtelfinale weiter dicht vor Augen. Im Spitzenspiel der Gruppe F trennten sich die Norddeutschen von Celje Piovarna Lasko 29:29 (14:14), bleiben aber punktgleich mit den führenden Slowenen (5:1) auf dem zweiten Platz.

Bei Lemgo behielt vor 4800 Fans in Ciudad vor allem Christian Schwarzer als Kreisläufer kühlen Kopf. Selbst der Ex-Magdeburger Olafur Stefanson (10/6 Tore) in Reihen von Real stand im Schatten von Schwarzer und dem in Weltklasseform auftrumpfenden TBV-Schlussmann Christian Ramota.

Sein Flensburger Kollege Kent-Harry Andersson war mit der Punkteteilung gegen Celje zufrieden. „Das ist eine Weltklasse-Mannschaft, und wir haben gegen sie den Weg ins Achtelfinale geebnet“, betonte der Schwede, der vor allen Dingen seinen Keeper Dan Beutler (21 Paraden) lobte. Beste Werfer beim Pokalsieger waren Lars Christiansen, Sören Stryger und Jonny Jensen mit jeweils sechs Treffern.

Der SC Magdeburg blieb auch ohne Torjäger Nenad Perunicic (Schulteroperation) ohne Verlustpunkt und hat als Gruppenerster die Runde der letzten 16 schon so gut wie sicher. Stefan Kretzschmar stoppte mit seinen elf Toren den sechsmaligen Titelträger Barcelona fast im Alleingang und ließ sich nach dem 14. Triumph im 23. Champions-League-Spiel feiern. „Da steigt dir das Adrenalin in den Kopf, das ist der Wahnsinn. Spiele gegen eine Spitzenmannschaft wie Barcelona elektrisieren jeden“, sagte Kretzschmar, der eine Woche nach seinen Glanzleistungen beim Supercup erneut seine überragende Form dokumentierte.

Der langfristige Verbleib des charismatischen Linksaußen in Magdeburg wird immer wahrscheinlicher. „Ich fühle mich hier auch sehr wohl“, betonte Kretzschmar angesichts der Vertragsverlängerung von SC-Coach Alfred Gislason, der seinen Kontrakt Mitte vergangener Woche vorzeitig bis 2007 verlängert hatte. Der Isländer fand nach dem Sieg gegen Barcelona dennoch ein Haar in der Suppe, immerhin hatte sein Team nach 38 Minuten noch klar mit 20:14 geführt. „Wir haben den Spaniern zum Schluss leider noch etliche Tore geschenkt“, haderte Alfred Gislason.

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