Sport : Eine nette Party Bockiger Favorit

Spandaus Wasserballer wollen in die Europaliga Preis der Deutschen Einheit in Hoppegarten

Martin Gropp

Berlin - Wenn er an die erste Qualifikationsrunde für die Wasserball-Europaliga denkt, ist Nebojsa Novoselac nicht bange. Der Trainer der Wasserfreunde Spandau 04 strahlt viel Selbstbewusstsein aus, wenn er nach dem Qualifikationsturnier seiner Mannschaft gefragt wird. Am Donnerstag steigt der Deutsche Meister im slowenischen Koper ins Wasser. „Es sind zwar starke Teams dabei“, sagt Novoselac. „Aber ich bin sicher, dass wir weiterkommen.“

Sechs Mannschaften treten in Koper an. Die ersten Vier qualifizieren sich für ein zweites Ausscheidungsturnier. Für die Spandauer sind deshalb vor allem die Spiele gegen Rotherham aus England und den niederländischen Klub Donk Gouda entscheidend. Die Teams aus Budva (Montenegro) und Budapest und auch den Gastgeber aus Koper schätzt Novoselac als stärker ein, dennoch rechnet sich der 34-Jährige auch hier Chancen aus – offensichtlich so gute, dass er auf seinen Kapitän verzichtet: Marc Politze ist vor gut einer Woche Vater geworden und bleibt zu Hause. „Wir werden auch ohne ihn unseren Klub auf der europäischen Bühne gut präsentieren“, sagt Novoselac.

Die europäische Bühne – das ist für Spandau so etwas wie die Kür. Die Pflicht heißt Bundesliga, die die Wasserfreunde nunmehr im 30. Jahr beinahe ununterbrochen dominieren. In europäischen Wettbewerben ist dagegen für den deutschen Serienmeister meist früh Schluss. Im letzten Jahr scheiterten die Wasserfreunde in der zweiten Qualifikationsrunde. Diesmal wollen sie weiter kommen.

Dass die Spandauer dem europäischen Wettbewerb einen hohen Stellenwert beimessen, wird auch deutlich, wenn Novoselac Pläne für mögliche Heimauftritte der Spandauer in der Europaliga erläutert. Dann ist die Rede von einem „fantastischen Areal“, das Novoselac rund um das Schwimmbecken organisieren will: Ausstellungen sollen dort zu sehen sein, für die Ehrengäste soll es ein Vip-Restaurant geben. „Es wird eine sehr nette Party“, sagt Novoselac.

Damit bei der Party nicht nur das Drumherum stimmt, arbeitet der Serbe daran, sein Team kurz- und langfristig europatauglicher zu machen. Auf kurze Sicht soll Zugang Florian Naroska für erfolgreichere internationale Auftritte sorgen. Langfristig will der Serbe die Trainingsarbeit von den Nachwuchsmannschaften bis zum Bundesligateam einheitlich koordinieren. „Oft arbeiten die Trainer, wie sie wollen“, erklärt Novoselac. Mit der Folge, dass Jugendspieler bei den Erwachsenen erst einmal nicht mithalten. „Die Nachwuchsarbeit ist das größte Problem in Deutschland“, sagt Nebojsa Novoselac.

Gäbe es übernatürliche Kräfte, an die Artur Boehlke glauben würde, diesmal würde er sie nutzen. Denn zuletzt, auf der Galopprennbahn im französischen Maisons-Laffitte hatten es die irdischen Kräfte nicht geschafft, den fünfjährigen braunen Hengst Prince Flori in die Startmaschine zu bugsieren. „Wenn das bei uns auch passiert, dann gehen mindestens 15 000 Euro flöten“, beschreibt der Geschäftsführer des Hoppegartener Rennvereins ein Horrorszenario, wie es sich am Freitag um 16.30 Uhr beim Preis der Deutschen Einheit durchaus zutragen könnte. Muss Prince Flori mit Torsten Mundry im Sattel erneut vom Start verwiesen werden, wären beim Höhepunkt der Galopp-Saison in Hoppegarten sämtliche auf ihn gesetzten Wettbeträge vom Veranstalter zurückzuzahlen. Und nicht gerade wenige Turf-Fans werden mit Prince Flori ihr Glück versuchen. „Wenn er erst einmal startet, ist er auch Favorit“, erklärt Boehlke.

In seinen Worten schwingt auch Stolz darüber mit, dass dieses Pferd nach dem Pech in Frankreich vor einer Woche für 5000 Euro Nenngebühr noch kurzfristig nachgemeldet worden ist. „Es wird schon klappen“, sagt Boehlke, „ich werde kräftige Männer zum Startplatz beordern.“

Doch nicht nur wegen Prince Flori verspricht die 18. Auflage dieses Gruppe- III-Klassikers, das siebte von neun Rennen (1. Start 13.20 Uhr) an diesem Feiertag, viel Spannung. Das Feld der zehn Hengste weist mit Zaungast (Jockey Wladimir Panow), Schützenjunker (Thierry Hellier) und Walzertraum (Fredrik Johansson) weitere Top-Pferde auf, die allesamt über die 2000-Meter-Distanz eine Chance auf die Siegprämie von 32 000 Euro haben. „Vom Rating aller zehn Pferde her stellt dieser Preis der Deutschen Einheit das beste Gruppe-III-Rennen in Deutschland dar“, sagt Gerhard Schöningh. Er ist zugleich der Sponsor dieses Rennens. Insgesamt 600 000 Euro hat er bereits in die Bahn investiert, nachdem sie am 25. März dieses Jahres in seinen alleinigen Besitz übergegangen war. Am Tag der Deutschen Einheit möchte er nun das traditionsreiche Geläuf so präsentieren, dass es wieder – wie schon zu Kaisers Zeiten – zu einem Magnet für die Berliner wird. „Jeder Besucher soll sich wohlfühlen, deshalb haben wir auch viel Kraft in allen Bereichen aufgewendet“, sagt der seit 27 Jahren in London lebende ehemalige Fondsmanager.

Dass nun eine besondere Spannung über dem Hauptereignis liegt, kommt Schöningh gerade recht. „Unsicherheit lockt die Wetter an“, sagt auch Artur Boehlke. Einen Wettumsatz von 855 000 Euro kann Hoppegarten nach seiner Aussage bisher aufweisen, bei 260 000 liegt die Hoffnung für Freitag. „Wir liegen zwar um 85 000 Euro hinter unserem Plan zurück“, erklärt Boehlke, aber im Vergleich zu anderen Bahnen in Deutschland sei das im Rahmen der Krise des Galoppsports nicht einmal erschreckend viel, das Produkt „Galopprennbahn Hoppegarten ist viel hochwertiger geworden“. Modernisierte helle Tribünen, neue Sanitäranlagen und ein breites Serviceangebot sollen erst der Anfang sein. Das Rasengeläuf befindet sich bereits in Bestzustand. Das sollte auch Prince Flori merken.

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