Sport : Eine neue Maßeinheit

Mathias Klappenbach

In Barcelona ohne Chance. Und dann 6:2 in Frankfurt gewonnen. Mit famosem Fußball und tollen Toren. Werder Bremen ist national überragend, der Rest der Liga rumpelt hinterher. Dass die beste deutsche Mannschaft nun nur noch im Uefa-Cup spielt und trotzdem samstags locker gewinnt, wird als weiteres Symptom für die Schwäche der Bundesliga im internationalen Vergleich angesehen. Das knappe Scheitern Werders gegen die Besten der Besten in der Champions League und die gleichzeitige ästhetische Dominanz in Deutschland müssen aber einzeln bewertet werden. Denn Barcelona und Frankfurt miteinander zu vergleichen ist so, als ob man Aretha Franklins Ausdruckskraft in Beziehung zu den Sangeskünsten von Yvonne Catterfeld setzt.

Werder Bremen selbst ist ohnehin von jeder Kritik auszunehmen und stattdessen jedes Wochenende aufs Neue für den sensationellen Schnellfußball zu feiern, für den immer noch niemand einen adäquaten Markennamen gefunden hat. Wie wäre es mit „Fußball 3000“? Oder „Diegodona“? Unzureichende Vorschläge. Es darf weiter nach einem Namen gesucht werden, der Bremens Klasse gerecht wird.

Die Stärke der Bundesliga kann nicht mit der Maßeinheit Werder Bremen bestimmt werden. Entscheidend ist, ob Leverkusen und die Frankfurter in dieser Woche im Uefa-Cup doch noch die nächste Runde erreichen. Und diese Chance besteht durchaus. Denn für die Frankfurter heißt der Gegner am Mittwoch nur Fenerbahce Istanbul. Und nicht Werder Bremen.

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