Sport : Eine schöne Niederlage zu viel Bremen kann Bayern

nicht mehr folgen

Richard Leipold

Gelsenkirchen - Dass Schönspielerei auch zu einem Problem werden kann, ist für die Fußballer von Werder Bremen nichts Neues. Insofern überraschte auch die Dramaturgie des jüngsten Auswärtsspiels der Bremer in Gelsenkirchen nicht. Sie hatten bei Schalke 04 sehr gut mitgespielt und trotzdem wieder ein Spitzenspiel verloren. Trotzdem gab es Komplimente für Bremen, auch vom Gegner. „Werder hat lange besser und schlauer gespielt als wir“, sagte Kevin Kuranyi, der zweimalige Torschütze des FC Schalke 04. Schlau spielen allein reicht aber nicht mehr, das lässt sich nun auch in der Tabelle ablesen. Lange galten die Bremer in der Bundesliga als der Herausforderer von Bayern München überhaupt. Umso härter wirkt das 1:2 in Schalke, das Werder auf Platz drei zurückgeworfen hat.

Die Bremer könnten es sich leicht machen und auf den Ausfall ihres ersten Sturms hinweisen, der insgesamt 22 Tore erzielt hat. Doch auf das Fehlen von Miroslav Klose und Ivan Klasnic angesprochen, räumte Werders Trainer Thomas Schaaf zwar eine Schwächung ein, sagte aber auch: „Wir hatten elf Spieler auf dem Platz, die einen ausgesprochen guten Ball gespielt haben.“ Sie hatten Schalke eine Stunde lang beherrscht, doch es fehlte „die Konzentration“, wie Nelson Valdez anmerkte, dessen Kopfball zum 1:1 die Bremer merkwürdigerweise nicht beflügelte, sondern bremste.

Die Erkenntnis dieses Spieltages ließ sich nicht so leicht wegwischen. Wie in München verloren die Bremer auch in Gelsenkirchen ein Spitzenspiel – zum vierten Mal in diesem Kalenderjahr. 1:2, das ist inzwischen ihr Standardergebnis in Schalke, nur im DFB-Pokal entschied das Elfmeterschießen. Wenn es eng wird, verliert halt Werder. „Die Bremer sind ein bisschen besser als wir“, sagt der Gelsenkirchener Verteidiger Marcelo Bordon. „Aber nicht immer gewinnt eine Mannschaft aufgrund ihrer höheren Qualität.“

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