Sport : Eine Tabelle, die keine ist

Claus Vetter

versucht, die aktuelle Arithmetik im Eishockey zu verstehen Heute ist der 13. Spieltag in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Die Berliner Eisbären spielen aber schon ihr 16. Spiel. Logisch? Nach dem DEL-Spielplan schon. Die Eisbären haben nämlich bereits vorgezogene Auswärtsspiele des 45., des 26. und des 16. Spieltages hinter sich. Ein größer werdendes Phänomen in der DEL, weil immer mehr Klubs in große moderne Mehrzweckhallen umziehen. Eigentlich sind die Spieltage der Liga an Freitagen oder an Sonntagen. Doch wenn da in der Kölnarena eine Karnevalssitzung tobt oder Westernhagen in Hamburg auftritt, muss Eishockey weichen. Und wenn der Fernsehsender Premiere ein Spiel überträgt, dann wird eben am Donnerstag gespielt.

Das Resultat in der DEL ist eine Tabelle, die keine ist. Die Eisbären etwa stehen zurzeit auf Rang fünf, das ist ein gefühlter achter Platz. Denn wenn die Konkurrenz, die zum Teil drei Spiele weniger gemacht hat, nachgeholt hat, dann sieht es anders aus. Wann das so weit ist? Am 7.März 2006, wenn Hannover das Nachholspiel vom 8. Januar – da gibt es Holiday on Ice in der Tui-Arena – ausgetragen hat. Erst am 51. und vorletzten Spieltag der DEL-Hauptrunde weiß der Betrachter, was die Tabelle wert ist und wie groß die Chancen seines Klubs tatsächlich sind, die Play-offs zu erreichen – weil die Tabelle endlich stimmt. Ein Phänomen, das es in den US-Profiligen schon seit Jahren gibt und an das sich der europäische Sportfan wohl gewöhnen muss. Denn in der Fußball–Bundesliga droht Ähnliches wie im Eishockey, sollten künftig Spieltage zerhackt werden, damit der Raum für Fernsehübertragungen größer wird.

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