Sport : Eine wohlüberlegte Absage

Jens Lehmann wird nicht nach Dortmund wechseln

Dortmund/London - Das Warten war vergeblich. Lange hatte Borussia Dortmund gehofft, Jens Lehmann würde den FC Arsenal verlassen und sich den Westfalen anschließen. Doch der deutsche Nationaltorhüter verkündete zumindest aus Dortmunder Sicht schlechte Neuigkeiten. „Er hat uns heute Mittag abgesagt. Das hatte nur private Gründe“, sagte Borussias Sportdirektor Michael Zorc. Durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) hatte Lehmann zuvor mitteilen lassen, dass es ihm leid tue, „gerade die Verantwortlichen von Borussia Dortmund damit zu enttäuschen, die mir ausreichend Zeit zur Überlegung gegeben haben. Obwohl es eine sehr reizvolle Aufgabe gewesen wäre, wieder für Borussia Dortmund zu spielen“, habe er sich aber „aus privaten Gründen“ gegen diesen Schritt entschieden. Dem Tagesspiegel hatte Lehmann schon vor einigen Wochen gesagt, dass seine Familie bei der Entscheidung eine wichtige Rolle spiele. Auch die Aussicht auf mehr Spielpraxis, die ihm zuletzt in London verwehrt blieb, konnte Lehmann nicht zu einem Vereinswechsel bewegen.

Die Absage des Wunschspielers drückte im Trainingslager des BVB in Marbella mächtig auf die Stimmung. Sportdirektor Michael Zorc, der die vertraglichen Details längst geklärt hatte und bis zuletzt optimistisch gewesen war, zeigte sich enttäuscht: „Es war legitim und den Versuch wert, die deutsche Nummer 1 zu holen. Schade, dass es nicht geklappt hat.“ Die Klubführung hatte in den vergangenen Tagen intensiv um Lehmanns Dienste geworben. Er sollte bis Saisonende die Position des verletzen Roman Weidenfeller einnehmen. Viel spricht dafür, dass der Bundesliga-Zehnte nun auf die Dienste des bisherigen Ersatzkeepers Marc Ziegler setzt. „Wir werden aber noch einen zusätzlichen Torhüter verpflichten“, kündigte Zorc an.

Verständnis für die Entscheidung äußerte der Bundestrainer. „Unsere Einstellung zu Lehmann wird sich durch diese Entscheidung nicht ändern“, sagte Joachim Löw. Ohne regelmäßige Einsätze könnte Lehmanns Wunsch, bei der EM 2008 das deutsche Tor zu hüten, gleichwohl in Gefahr geraten. „Wir hätten ihn gern in Dortmund gehabt“, gestand DFB- Torwarttrainer Andreas Köpke. „Unabhängig von seiner Situation setzen wir auf Jens Lehmann, werden aber die weitere Entwicklung aufmerksam beobachten.“

Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr in das Arsenal-Tor kann sich Jens Lehmann trotz seines Verbleibs in London nicht machen. Sein Trainer Arsène Wenger bestätigte, dass der Deutsche beim Spiel gegen Birmingham City auf der Bank sitzen werde. Möglicherweise erwägt Lehmann nun einen Wechsel innerhalb der englischen Premier League. Angeblich haben zwei Klubs Interesse bekundet. dpa

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