Sport : Einer muss bald fliegen

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Der Gag liegt da, man muss nur noch zugreifen. Red Bull verleiht Flügel – den von Mark Webber an Sebastian Vettel, tataaa! Doch die Flügelaffäre dürfte im Formel-1-Rennstall des österreichischen Getränkeherstellers so manchem das Lachen vergällen. Weil Webber sich nicht zum ersten Mal (und auch nicht ganz zu Unrecht) vom eigenen Team zugunsten des Red-Bull-Eigengewächses Vettel eingebremst fühlte, ließ er auf der Ziellinie von Silverstone die ganze Welt an seinem Zorn teilhaben. Selten hat jemand so offen gegen das eigene Team rebelliert.

Nun herrscht ein offener interner Krieg im Rennstall, der die Kräfte zersetzt. Das muss sich Christian Horner ankreiden lassen. Der Teamchef hat durch seine Entscheidungen den Eindruck verstärkt, dass Vettel Red Bulls Wunschweltmeister ist, und sich deswegen in die gleiche Bredouille manövriert wie einst Ron Dennis bei McLaren. Der ließ 2007 den Zwist zwischen seinem Liebling Lewis Hamilton und Fernando Alonso derart eskalieren, dass McLaren trotz des besten Autos den Titel verpasste. Auch diesmal hört man schon einen Dritten glucksen: Im Schatten des Red-Bull-Bürgerkriegs hat sich Hamilton an die WM-Spitze gesetzt.

Nach der Kollision zwischen Vettel und Webber in Istanbul ließ Red Bull ein gestelltes Versöhnungsfoto verbreiten. Diesmal darf man eine lustige Karikatur erwarten, irgendwas mit Engeln und Flügeln. Das ändert aber nichts daran, dass das Vertrauen im Dreigespann Horner-Vettel- Webber vermutlich unwiederbringlich zerstört ist. Einer wird bald gehen müssen, sonst droht dem Team der totale Zerfall. Es wird wohl Mark Webber sein.

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