Sport : Eintracht Frankfurt: Der Verein erhält Lizenz ohne Auflagen

Trainer Friedel Rausch sucht verzweifelt "echte Kerle" für den Abstiegskampf - die Vorstandsetage seines Klubs Eintracht Frankfurt einen Trainer für die kommende Saison. Doch bei aller Ratlosigkeit bei dem vom zweiten Abstieg nach 1996 bedrohten Fußball-Bundesligisten und nächsten Gegner von Hertha BSC gab es am Dienstag auch einen Lichtblick: Der Liga-Verband erteilte der Eintracht die Bundesliga-Lizenz für die Saison 2001/2002 ohne Auflagen. Durch die prekäre Tabellenlage (17. Platz) verschieben sich aber trotz der positiven Nachricht die Planungen mit dem Spielerkader und einem benötigten Trikotsponsor - egal ob für die 1. oder 2. Liga.

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Tipp-Spiel: Wer wird Deutscher Meister? Müssen die Hessen absteigen, so haben sie zur Lizenzerteilung eine Bankgarantie in nicht genannter Höhe als Auflage vorzulegen. "Die für die 2. Bundesliga notwendige Kreditlinie ist mit unserer Hausbank besprochen. Wir gehen davon aus, dass diese Kreditlinie nur eine Formsache ist", sagte Thomas Pröckl, Finanzvorstand der Eintracht Fußball AG.

Die Trainersuche stagniert dagegen. Werner Lorant bleibt im Gespräch, auch wenn er bei 1860 München bis 2003 unter Vertrag steht. Neue Spieler können erst verpflichtet werden, wenn der künftige Coach gefunden ist. Auch ein Nachfolger des zum Saisonende ausscheidenden Trikotsponsors (Viag Interkom) lässt noch auf sich warten.

Der aus dem Ruhestand als "Retter" geholte Rausch hat auch nach drei Niederlagen in drei Spielen seinen schier unerschütterlichen Optimismus nicht verloren. Nach dem harmlosen Auftritt beim 0:2 gegen Bayern München kündigte er personelle Veränderungen an: "Jetzt spielen die, die das Nervenkostüm haben für den Abstiegskampf."

Ob er auf der Suche nach Spielern solchen Zuschnitts bei seinen Profis oder bei den Amateuren fündig wird, ließ Rausch vor dem nächsten Schicksalsspiel am Samstag bei Hertha offen. Alternativen sind rar: Der von Rausch über den grünen Klee gelobte Michael Mutzel ("Ein Riesentalent") hat seine Gelbsperre abgesessen und kehrt in die Startelf zurück. Auch auf den chinesischen Stürmer Chen Yang können die Frankfurter wieder setzen. Der 27-Jährige traf am Dienstagabend auf dem Rhein-Main-Flughafen ein und steht den seit neun Spielen sieglosen Hessen zumindest in den Spielen bei Hertha am 28. April und gegen den VfL Bochum am 5. Mai zur Verfügung, nachdem ihn Eintracht-Sportdirekor Rolf Dohmen von Chinas Nationalmannschaft loseisen konnte. Die Asiaten spielen derzeit in der Qualifikation um ihre Teilnahme an der WM 2002 in Japan und Südkorea. Laut den Statuten des Weltfußball-Verbandes Fifa hätten die Chinesen Yang nicht freigeben müssen.

Frankfurter Fans randalieren

Ausschreitungen gab es am Dienstagabend während eines Benefizspiels der Eintracht beim Regionalligisten Darmstadt 98. Dabei wurden zwei Frankfurter Fans verletzt ins Krankenhaus gebracht. Beobachter fürchteten am Dienstagabend eine Eskalation der Gewalt nach Spielende. Denn wegen der Begleitung eines Castor-Transportes war nicht die benötigte Anzahl an Polizisten zugegen, um Zusammenstöße mit Darmstädter Fans zu verhindern. Bereits vor der Partie hatten 300 Frankfurter Fans, die von 30 Polizisten und Hunden gerade noch in Schach gehalten werden konnten, durch drei ins Stadion-Vorfeld geworfene Rauchbomben den Anpfiff gefährdet. Zwei Minuten nach Wiederbeginn schossen Frankfurter Fans eine Salve von Leuchtfeuerwerkskörpern ab. Schiedsrichter Stefan Trautmann (Niedereulen) stoppte die Partie vor 4500 Zuschauern am Böllernfalltor beim Stande von 2:1 für den Gast für fünf Minuten, ließ diese dann aber wieder fortsetzen.

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