Sport : Eisbär Levins dreht durch

M. Topp / C. Vetter

Sportlich hat der EHC Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nach der Niederlage im Lokalderby am Sonntag wieder einen Schritt in Richtung Play-offs gemacht. Doch überschattet wurde der 3:0 (2:0, 0:0, 1:0)-Sieg der Berliner vor 2022 Zuschauern in Iserlohn von einem Skandal, den der Eisbär Scott Levins im ersten Drittel auslöste. Der US-amerikanische Stürmer kassierte nach einer Rauferei an der Bande ebenso wie sein Gegenspieler Lars Müller eine Zeitstrafe. Auf der Strafbank hatte sich der Eisbär eineinhalb Minuten vor Drittelende noch längst nicht beruhigt. Im Gegenteil, er drehte völlig durch, bezeichnete seinen Gegenspieler lautstark als "Fucking German Nazischwein" und ließ anschließend auch noch den Hitlergruß folgen. Danach ging der Eisbär mit seinem Schläger auf den Zeitnehmer los. Noch in der Drittelpause verhängte der zwischenzeitlich informierte Schiedsrichter eine zweite Zehn-Minuten-Strafe gegen Scott Levins, sodass der Stürmer mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe belegt wurde und die Partie für ihn beendet war. Der Fall Levins dürfte in den nächsten Tagen nicht nur die Eisbären, sondern auch die DEL beschäftigen.

Der Amerikaner mag vor seinem Blackout von Müller einiges abbekommen haben, doch es gab aus Sicht der Eisbären keinen Grund durchzudrehen. Denn die Berliner machten in Iserlohn das Spiel und führten zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2:0. Tomlinson und Marinucci hatten die Tore der schnell und überzeugend konternden Berliner erzielt. Im Mitteldrittel kamen die Gastgeber etwas besser ins Spiel, doch Shulmistra war im Tor nicht zu überwinden. Im Schlussdrittel gelang schließlich David Roberts das alles klärende 3:0 für die Eisbären, die sich damit in der Tabelle auf Rang sieben verbesserten und einen Play-off-Platz belegen.

Capitals verlieren 0:6

Nur zwei Tage nach dem überraschenden Erfolg im Derby kehrte bei den Capitals der Alltag ein - in mehrfacher Hinsicht. Vor nur 1600 Zuschauern in der Deutschlandhalle verloren die Berliner gegen die Kassel Huskies mit 0:6 (0:1, 0:2, 0:3). Es war ein desolater Auftritt der Charlottenburger, der wohl auch damit zusammenhängt, dass sich ein bekanntes Spiel wiederholte: Das am Dienstag fällige Gehalt vom Februar war nicht auf den Konten der Spieler eingetroffen. Zudem verkündete ein Großsponsor der Capitals, eine Brauerei, sein Engagement "unter den gegebenen Umständen nicht über die Saison hinaus fortzusetzen". Die Presseerklärung schreibt bei den Capitals inzwischen der vorläufige Insolvenzverwalter. Erbauliches hatte Rechtsanwalt Wolfgang Kühnel nicht mitzuteilen: Rechtsanwalt Michael Müller, der den Capitals-Geschäftsführer Thorsten Weck vertritt, habe mitgeteilt, "dass er für diese Woche Gelder erwartet, sodass weitere Zahlungen geleistet werden können". Ob die Mittel allerdings ausreichen, um alle insolvenzrechtlich anhängigen Forderungen kurzfristig auszugleichen, bleibt abzuwarten.

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